Evangelische Kirchengemeinde Lindenberg feiert mit 250 Gästen im neuen Gemeindehaus
"Ein Haus, das uns beschützt" - Baukosten bei 890 000 Euro

"Komm, bau’ ein Haus, das uns beschützt", sangen in der voll besetzten evangelischen Johanneskirche in Lindenberg gestern rund 250 Gottesdienstbesucher. Das Lied passte zum Anlass: Denn ein solches Haus ist, direkt an die Kirche angebaut, in den zurückliegenden neun Monaten entstanden. Nach dem Abriss des aus den 50er Jahren stammenden alten Gemeindehauses ist ein Neubau realisiert worden, für den es nur positive Worte gab: Dekan Jörg Dittmar stellte den "Bau in Rekordzeit" heraus, Landrat Elmar Stegmann lobte, dass viele Firmen aus der Region mitarbeiten durften und Landtagsabgeordneter Eberhard Rotter unterstrich, dass es "gerade in Zeiten sozialer Netzwerke im Internet die Kirche als Ort von gelebter Gemeinschaft" brauche.
An einem geschichtsträchtigen Ort stehe der Neubau, so Lindenbergs Bürgermeister Johann Zeh. Früher habe der Volksgarten an gleicher Stelle die Menschen angezogen. Nun sei das neue Gemeindehaus wieder das "Zuhause für über 20 Gruppen", wie Elmar Stegmann feststellte. Aber nicht nur für Kleingruppen ist das flexibel konzipierte Gebäude geeignet: Nachdem beide Trennwände zur Seite geschoben waren, fanden die Gottesdienstbesucher auch im Gemeindehaus Platz. Der Umzug erfolgte innerhalb des Gottesdienstes.
Engagement nicht vergeblich
Das Gleichnis von der Aussaat im Lukas-Evangelium stellte Dekan Jörg Dittmar in seiner Predigt in Bezug zum Neubau. Es sei gut, mit Freude zu säen, also das Wort Gottes zu verbreiten - auch wenn manche Saat nicht aufgehe, weil sie auf dürren Boden oder felsigen Grund falle. Und Dittmar übertrug das Bild auf das Engagement von Familienvätern, Politiker und Pfarrern: "Oft scheint es so, als wäre das Kümmern vergebliche Liebesmüh." Aber ein Teil des Engagements sei eben nicht vergeblich, ein Teil der Saat gehe auf. Und so solle verschwenderisch gesät und gegeben werden, so wie auch Gott verschwenderisch gibt: "Einen wertvollen Menschen an unsere Seite, ein Wort, eine Melodie - oder ein neues Gemeindehaus."
Musikalisch umrahmt vom Gospelchor, dem Johannes-Ensemble der Kirchengemeinde und den Bläsern der Musikschule folgte dem Gottesdienst ein feierliches Zusammensein, in dessen Mittelpunkt Dankes- und Grußworte standen. Arno Wagner erinnerte mit einer Bilderpräsentation an den Abriss des alten und den Bau des neuen Gemeindehauses. Architekt Matthias Weber (Seeg) ging nicht nur auf den schlechten Baugrund, die daraus entstandenen Verzögerungen beim Bau und die gestiegenen Kosten auf letztlich 890 000 Euro ein. Er brachte auch gleich 4770 Euro an Spenden mit, die er bei den am Bau beteiligten Firmen gesammelt hatte.
Lucia Giray und Josef Kraft übergaben für den katholischen Pfarrgemeinderat einen Baum - "damit immer ein Stück von uns bei euch ist". Im Sinn der Ökumene war auch der katholische Dekan, der Heimenkircher Pfarrer Franz Xaver Schmid, zur Einweihung gekommen.





