Weiler chlort das Wasser
Eine Schadstelle am Hochbehälter muss untersucht und repariert werden

Seit gestern Abend wird das Trinkwasser in Weiler gechlort. Eine Vorsichtsmaßnahme, weil im Hochbehälter bei der Schulstraße eine Schadstelle entdeckt wurde. In einer Konzentration von 0,15 Milligramm auf einen Liter Wasser wird Chlor in das Weilerer Trinkwasser eingebracht.
"Bei dieser Dosierung muss keinerlei Gesundheitsschädigung befürchtet werden", erklärt Bürgermeister Karl-Heinz Rudolph. Zum Vergleich: Bis zu 250 Milligramm Chlor pro Liter Wasser seien zulässig. Eine sogenannte "Kalkfahne", also weiße Kalkspuren, die vergangenen Mittwoch an der Innenwand des Hochbehälters festgestellt wurden, weisen darauf hin, dass Wasser eingetreten ist.
"Das ist ein Indiz, dass vielleicht eine Infiltration von außen nach innen stattfindet", erläutert Rudolph. Um mögliche Keime abzutöten, wird das Wasser deshalb vorsorglich gechlort. Bis gestern dauerten die Umbauten, die nötig waren, um das Weilerer Wasser gechlort ins Netz einzuspeisen.
Der Markt Weiler hat einen Gutachter damit beauftragt, sich die Schadstelle anzusehen. Auf Grundlage seiner Ergebnisse wird der Behälter saniert. Die Marktgemeinde stimmt die Maßnahmen mit dem Gesundheitsamt ab, ebenso die Chlorung, die laufend geprüft wird. Wie lange das Weilerer Wasser gechlort werden muss, kann der Bürgermeister nicht sagen. Das hängt vom Schaden und den daraus folgenden Sanierungsmaßnahmen ab.
Das Gutachten könnte auch die Umsetzung eines schon seit Jahren bestehenden Plans beschleunigen. "Langfristig wollen wir einen neuen Hochbehälter bei Hammermühle bauen", sagt Karl-Heinz Rudolph. Vorbereitungen seien bereits getroffen.
Das Projekt wurde aber wiederholt von einem Haushalt auf den nächsten verschoben. Je nachdem, ob der Fachmann nur die eine Schadstelle oder aber mehrere im alten, 600 Kubikmeter Wasser fassenden Behälter findet, dürfte der neue Behälter in der gemeindlichen Prioritätenliste nach oben rutschen - oder nicht.
Betroffen von der Chlorung sind die Bürgerinnen und Bürger der Ortsteile von Weiler bis Siebers. Sie wurden per Zeitungsanzeige von der Maßnahme informiert. DieLebensmittel verarbeitenden Betriebe seien direkt benachrichtigt worden, sagt Rudolph. Die Gemeinde weist darauf hin, dass das ansonsten unbedenkliche, gechlorte Trinkwasser nicht in Aquarien verwendet werden sollte.





