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Aufruhr im Scheidegger Himmelspalast

China-Reise wird auf die Schippe genommen

Aufruhr im Scheidegger Himmelspalast

Das Rathaus - von den Insassen kurzerhand als "Verbotene Stadt" ausgeschildert - ist mit Bambusstäben gesichert und Drachenfratzen sollen unerwünschte Besucher fernhalten. Zu letzteren zählt auf jeden Fall die Narrenzunft Scheidegg, die zusammen mit der Lumpenkapelle Niederwangen sowie ihren Patenzünften, den Weihergeistern aus Weißensberg und den Höllteufeln aus Alttann, Kaiser U-Li aus seiner Trutzburg hinauswerfen möchte, um bis zum Aschermittwoch selbst im kaiserlichen Himmelspalast regieren zu können.

Allerdings beißt sich der närrische Angriffsschwung aus Jockele, Schindlbuz, Käsmolle und Zunftrat am standhaften Kaiser U-Li zunächst die Zähne aus. "Ihr stört mein Yin und Yang. So wie ihr hier rumsteht ist das überhaupt nicht Feng-Shui-mäßig. Alles muss fließen, also lungert nicht vor meinem Himmelspalast rum", so der in standesgemäßem Ornat auftretende Regent, der als früherer Bürgermeister und jetziger Kaiser nicht nur eine Stufe der Karriereleiter übersprungen hat.

Bambusgitter vor dem Rathaus

Die Tatsache, dass Kaiser U-Li (damals noch als schnöder Rathauschef Ulrich Pfanner) im vergangenen Jahr mit einer Delegation nach Tianjin ins Reich der Mitte gereist war, hält die anstürmenden Narren ebenso wenig auf, wie das lächerliche Bambusgitter vor dem Rathaus.

"Was soll des jetzt mit dem China-Schmarrn? Willst Du mit denen eine Partnerschaft eingehen? Man munkelt eh schon, dass Du und Dein Gemeinderat nach den Sitzungen übt, wie man unfallfrei mit Stäbchen isst. Passt mal schön auf: Ruckzuck ist ein Aug? verschlampert", provoziert Peter Willner die ehemaligen Rathaus-Beschäftigten und jetzigen Hofschranzen.

Dass die Jumelage mit der 14-Millionen-Metropole Tianjin "bloß in d? Hos? geh?n kann", erläutert Willner haarklein: "Unsere französische Partnergemeinde hat zirka 20 000 Einwohner, davon kommen zur Jumelagefeier 100 Gäste. Tianjin hat 700-mal soviel Einwohner, also kommen dann zur Partnerschaftsfeier 70 000 Chinesen. Das heißt, dass jeder Scheidegger 15,55 Chinesen aufnehmen muss.

" Eine Rechnung, die den Ex-Rathauschef nicht anficht: "Da will man Scheidegg international machen, und dann kommst Du mit Deinen närrischen Zahlen daher und machst alles madig."

Bürgermeister am Narrenbaum

Soviel Sturheit lässt dann doch Willners Geduldsfaden reißen: "Jetzt holt den Rikschafahrer da raus und bindet ihn an den Narrenbaum." Mit einem Rammbock verschaffen sich schließlich die närrischen Angreifer Zutritt zu U-Lis Himmelspalast, aus dem nach einem kurzen Aufruhr der Herrscher hinausgeführt und an den Narrenbaum gebunden wird.

Eine dermaßen respektlose Behandlung ist U-Li seit seinen Zeiten als Bürgermeister dann doch nicht mehr gewohnt, so dass sein Widerstand gegen die Amtsübernahme der Narren schnell schwindet. Zumal Peter Willner droht: "Jetzt könnten wir ihn da bis zur Bürgermeisterwahl in Oktober stehen lassen, aber das trägt auch nicht gerade zu einem schöneren Ortsbild bei."

Faschingsbilder im Internet:


www.all-in.de

 

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