Wasserburg - Heimatpfleger wollen Jahrbuch des Landkreises erhalten
Gedanken über eine Wiederbelebung

Das Jahrbuch des Landkreises darf nicht sterben. Das jedenfalls meinen die Heimatpfleger. Im Pfarrheim in Wasserburg haben sie sich getroffen und sich bei dieser Gelegenheit von Werner Dobras verabschiedet, der zum Jahresende seinen Posten als Kreisheimatpfleger aufgegeben hatte.
Eine rege Diskussion entwickelte sich zur Einstellung des Jahrbuches, wie es in einer Pressemitteilung des Kreisheimattages heißt. Diskutiert wurden drei Vorschläge für Nachfolgepublikationen: Vorschlag Nummer eins kommt von Landrat Stegmann. Dieser regt an, das Jahrbuch durch Veröffentlichungen zu festgelegten Themenschwerpunkten zu ersetzen.Die Verantwortung, was die Wahl der Themen angeht und welche Texte aufgenommen werden, bliebe beim Landratsamt. Die Arbeit der Heimatpfleger könnte in ein landkreisübergreifendes Projekt eingebunden werden. Bei dieser Variante übernehme der Kreis die Finanzierung. Der Kreisheimattag bleibe weitgehend ohne Einfluss, schilderte dessen Vorsitzender Fridolin Altweck.
Vorschlag Nummer zwei sehe vor, dass das Jahrbuch nach thematischen Kriterien strukturiert und neu ausgerichtet werde. Der Kreisheimattag übernehme es, die Themen zu setzen, kümmere sich um die Finanzierung und bitte den Landkreis um einen Zuschuss. Damit einher ginge ein neuer Titel für das Jahrbuch. Die dritte Option wäre eine Mischform beider Varianten, erklärte Altweck.
Die Heimatpfleger machten Vorschläge für eine Weiterführung. Gebhard Straub (Opfenbach) würde den Inhalt publikums- und leserwirksam verändern. Das bedeute für ihn, dass Geschichte und Geschichten vermischt mit Mundarttexten zu einem Produkt entwickelt werden müssen. Wolfgang Sutter (Niederstaufen) stieß sich am Titel "Jahrbuch".
Verbunden mit der Jahreszahl stelle dieser ein Kaufhindernis dar, da niemand ein "veraltetes" Buch, zum Beispiel das "Jahrbuch 1995" verschenken wolle. Auch wenn die darin enthaltenen Artikel absolut nichts mit dem Herausgabejahr zu tun hätten.
Vom wissenschaftlichen Anspruch dürfe nicht völlig abgewichen werden, denn damit gingen die Qualität und das Ansehen des Buches verloren. Allerdings sollte man zurück auf die Form der 90er Jahre kommen. Damals sei der Inhalt "bunter" gewesen. Neben wissenschaftlichen, heimatpflegerischen, ortshistorischen Texten habe es auch Mundartgedichte und Unterhaltungsbeiträge gegeben.
Zur Finanzierung merkte Sutter an, dass es der öffentlichen Hand durchaus zuzumuten sei, ein gewisses Defizit einer solchen Publikation zu tragen. Kultur koste Geld. Kein Theater, keine Oper, kein Ballett, kaum ein klassisches Konzert komme ohne Unterstützung aus.
Wenn alle Gemeinden etwa 30 bis 40 Exemplare als Jahresgabe für ihre Gemeinderäte und Geschenke für Jubilare abnähmen, wäre bereits die Hälfte der Auflage verkauft. Josef Kimpfler aus Gestratz vertrat die Ansicht, das Buch müsse für einfache Leute lesbar sein und dürfe nicht zu viele hochgestochene wissenschaftliche Beiträge enthalten. Kathi Maurus (Röthenbach), hob die Bedeutung des Dialekts hervor und wünschte sich in einer Publikation auch Möglichkeiten zu Veröffentlichung mundartlicher Texte.
Die stellvertretende Landrätin Doris Scheuerl betonte, dass im Kulturausschuss des Kreises eine hohe Bereitschaft erkennbar gewesen sei, das Jahrbuch zu erhalten. Als der Landrat aber die Ablehnung desselben durch die Bürgermeister eingeworfen habe, habe man schweren Herzens die Einstellung beschlossen. Eine endgültige Entscheidung über das Vorgehen wollen die Mitglieder des Heimattags auf ihrer Hauptversammlung am Freitag, 23. März, treffen.





