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Caritas Sozialstation in Lindenberg sucht Ehrenamtliche für die Betreuung von Demenzerkrankten

Spazieren gehen, spielen oder nur am Bett sitzen

Caritas Sozialstation in Lindenberg sucht Ehrenamtliche für die Betreuung von Demenzerkrankten

Sie werden vergesslich, unsicher und verlieren oft die Orientierung: Erkrankt ein Mensch an Demenz, braucht er häufig eine Betreuung rund um die Uhr. Für die Angehörigen ist dies oft eine enorme Belastung. Die Caritas Sozialstation sucht daher Ehrenamtliche, die sich regelmäßig um Demenzerkrankte kümmern. Anna Feßler hat darüber mit Irmgard Wehle-Woll, Heilpädagogin und Leiterin des Fachzentrums Demenz der Caritas Sozialstation, gesprochen.

Sie suchen Menschen, die sich um Demenzerkrankte kümmern. Was genau ist die Aufgabe der Ehrenamtlichen?

Irmgard Wehle-Woll: Das ist sehr breit gefächert. Man kann gemeinsam spazieren gehen, etwas spielen oder auch einfach am Bett sitzen und sich unterhalten. Das hängt ganz von dem Erkrankten und auch dem Helfer ab. Es kommt einfach darauf an, dass es dem Menschen gut geht. Meine Erfahrungen zeigen, dass die beiden oft sehr viel Freude und Spaß miteinander haben.

Welche Voraussetzungen muss man denn mitbringen, um als Demenz-Helfer tätig zu sein?

Wehle-Woll: Wichtig ist, dass man offen für alte Menschen ist und keine Berührungsängste hat. Ansonsten gibt es keine besonderen Voraussetzungen. Bevor man eine demenzerkrankte Person betreut, werden die Ehrenamtlichen bei uns geschult. Beim ersten Treffen komme ich mit und stelle den Helfer vor. Ich kenne die Demenzerkrankten auch und weiß, wer zu wem passt.

Was lernt man in der Schulung?

Wehle-Woll: Zum einen erfährt man etwas über die Krankheit, Hintergründe zu Verlauf und Ausprägungen. Außerdem geben wir Tipps zum Umgang mit Demenzerkrankten. Bei regelmäßigen Treffen können sich die Helfer außerdem austauschen und fortbilden. Das wird sehr gerne wahrgenommen.

Wie viele solcher Helfer gibt es derzeit?

Wehle-Woll: Es ist eine Gruppe von etwa 25 Personen, die im ganzen oberen Landkreis tätig sind. Jeder kümmert sich um ein bis drei Demenzerkrankte. Viele sind kurz vor oder gerade in der Rente, noch rüstig und wollen sich einbringen. Meist kümmert sich der Ehrenamtliche ein bis zwei Mal die Woche an einem festen Termin um den Demenzerkrankten. Er kann jedoch auch mal einspringen, etwa wenn der Angehörige zum Arzt muss.

Die Betreuung ist ehrenamtlich, die Helfer bekommen jedoch eine Aufwandsentschädigung...

Wehle-Woll: Ja, es soll kein Verdienst sein, sondern ein Ehrenamt. Jedoch sollen die Helfer nicht draufzahlen. Manchmal muss man etwa einige Kilometer mit dem Auto fahren. Daher bekommen die Helfer sechs Euro in der Stunde.

Die Demenzhelfer sind auch Teil des Fachzentrums Demenz, das es seit November vergangenen Jahres in Lindenberg gibt. Wie ist Ihre Bilanz bisher?

Wehle-Woll: Gerade die monatlichen Sprechstunden mit einem Facharzt für Neurologie und Psychiatrie werden sehr gut angenommen. Bisher waren alle Termine ausgebucht. Außerdem versuchen wir derzeit die Angebote noch mehr zu bündeln und herauszufinden, für was noch Bedarf da ist.

Kontakt: Wer Interesse hat, sich ehrenamtlich um demenzerkrankte Personen zu kümmern, kann sich bei Irmgard Wehle-Woll melden, Telefon (0 83 81) 920 916.

 

I. Wehle-Woll

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