Das Sozialpsychatrische Zentrum in Lindenberg stellt sich am Tag der Gesundheit vor
Wenn nichts mehr Freude macht

Wenn nichts mehr Freude macht, man unter Antriebslosigkeit und Schlafstörungen leidet, kann das ein Anzeichen für eine Depression sein.
Von einer "kranken Seele" spricht da Jochen Weis, Leiter des Sozialpsychatrischen Zentrums in Lindenberg. Seit 2009 gibt es die Einrichtung der Diakonie Kempten, die sich um Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Psychosen kümmert.
Mit einem "Tag der Gesundheit" hat sich die Einrichtung nun im Caritas Seniorenzentrum St. Martin in Lindenberg der Öffentlichkeit vorgestellt und über das Thema psychische Erkrankungen informiert. Die Referenten behandelten vor allem die Frage "Was bracht die kranke Seele?".
Das Sozialpsychatrische Zentrum ist auf drei verschiedenen Säulen aufgebaut: Die Tagesstätte bietet für Menschen mit psychischen Erkrankungen mit einer Cafeteria einen Treffpunkt und immer wieder verschiedene Angebote zur Freizeitgestaltung.
Rund 2000 Stunden lang haben die vier Mitarbeiter des sozialpsyatrischen Dienstes im vergangenen Jahr Menschen betreut und unterstützt. "Die Bandbreite reicht von der Hilfe bei einer Antragstellung bis zu einer Betreuung über mehrere Monate", sagte Weis. Außerdem bietet das SPZ ein ambulantes betreutes Wohnen an. Insgesamt hat das SPZ elf Mitarbeiter.
Weis schilderte beim "Tag der Gesundheit" außerdem Krankheitsbilder von Depression und Psychose. Depression sei die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung, an der Frauen häufiger als Männer erkranken. Eine Erkrankung, die in Deutschland pro Jahr 6000 Tote durch Suizid fordere. Weis führte die Symptome auf, darunter die Haltung, dass "alles egal" sei, weil nichts mehr Freude mache, sowie Antriebslosigkeit und Schlafstörungen.
"Der Hirnstoffwechsel ist durcheinander", so Weis zu den Ursachen. Permanenter Stress und Fehlanpassung führe zu Depressionen, Traumata oder Verbitterung bei Lebensübergängen. Auch Veranlagung durch Gene und Armut können ein Auslöser sein. "Kinder aus wirtschaftlich schwachen Verhältnissen erkranken eher", so Weis.
Wahnvorstellungen oder Halluzinationen - die Psychose habe laut Weis viele Gesichter. Oft werde es besser durch die Medikation. Psychosen würden in der Regel erst mal stationär behandelt. Die Nachsorge, wie sie das Sozialpsychiatrische Zentrum Lindenberg biete, bewähre sich sehr, so Jochen Weis. Die Tagesstätte als Anlaufpunkt werde niederschwellig gehalten.
Drittel-Hypothese bei Einflüssen
Der Beratungsdienst sei behilflich, beispielsweise die bestehende Wohnform Betroffener zu erhalten. Sait Eruglu erläuterte anschaulich, was man für die Gesundheit der Seele tun kann.
Die Referenten hatten viele Fragen zu beantworten. Zum Anteil genetischer Einflüsse als Ursache für Depressionen, die mit der Drittel-Hypothese beantwortet wurde: je ein Drittel Gene, Lebensbedingungen und Ereignis. Belastungen würden ganz unterschiedlich verkraftet, stellte Jochen Weis fest. Es gebe Leute mit Rossnatur, denen das nichts ausmacht. "Andere werden richtig krank."





