Stadt bezuschusst Kunsteis auf Lindenberger Anlage
Drei Jahre lang gibt die Stadt dem Förderverein jeweils 25 000 Euro und bezahlt einen Eismeister - Lob für den Einsatz der Mitglieder

Die Zukunft des Lindenberger Kunsteises ist in den nächsten Jahren offenbar gesichert. Die Stadt zahlt dem Kunsteisförderverein drei Jahre lang jeweils 25 000 Euro Zuschuss, zusätzlich stellt sie einen Eismeister: Kosten: rund 20 000 Euro. Einen entsprechenden Beschluss hat der Stadtrat gegen vier Stimmen gefasst.
Der Kunsteisförderverein hat vor drei Jahren die Anlage übernommen, die zuvor mehrere Westallgäuer Gemeinden gemeinsam betrieben hatten. Seitdem ging es mit dem Eisplatz nach oben - sowohl was die Zahl der Besucher angeht als auch das Ansehen in der Bevölkerung.Trotzdem war die Zukunft unsicher. In den vergangenen drei Jahren hatte die Stadt das Betriebskostendefizit des Vereins getragen, maximal aber 20 000 Euro im Jahr. Die finanzielle und personelle Unterstützung der Stadt sei auch weiterhin "für den Betrieb der Anlage unverzichtbar", so der Vorsitzende Oliver Baldauf.
Er bat namens des Vereins darum, den Zuschuss künftig unabhängig von der Höhe eines etwaigen Verlustes auszuzahlen und ihn auf 25 000 Euro im Jahr zu erhöhen. In einem Schreiben an die Stadt verweist Baldauf auf gestiegene Energiekosten, allgemeine Preissteigerungen und höher als erwartet ausgefallene Reparaturkosten für die beiden Eisbereitungsmaschinen Zamboni.
In den vergangenen drei Jahren waren dafür über 16 000 Euro angefallen. In einem waren sich Stadträte quer durch alle Fraktionen einig. Der Verein mit seinem rührigen Vorstand leistet eine hervorragende Arbeit. "Ohne das Engagement des Fördervereins gäbe es diese für Lindenberg wichtige Einrichtung nicht", meinte Dr. Friedrich Haag (Freie Wähler).
Doch während Freie und SPD den erhöhten Zuschuss auch einmütig gut hießen, lehnte ihn ein Teil der CSU und der Grünen ab. Anton Wiedemann sprach mit Blick auf die steigenden Unterhaltskosten und dem Alter der Eismaschinen von einer "Anlage, die langfristig keine Chance hat".
Zudem sei es fraglich, ob sich auf Dauer Leute finden ließen, die sich genauso einsetzen wie der jetzige Vorstand. "Irgendwann müssen wir einen Schnitt machen", fasste Wiedemann seine Meinung zusammen.
Angesichts der Äußerung des stellvertretenden CSU-Fraktionssprechers riet Haag dazu "keine Untergangsszenarien zu entwerfen. Wir sollen froh sein um jedes Jahr, in dem wir Kunsteis haben".
Nicht eins in Sachen Kunsteis sind die Grünen. Während ihn Martin Einsle ablehnte, hieß ihn Thomas Kühnel für gut. "Der Eisplatz bringt etwas für Lindenberg, seine Kinder, Jugendlichen und die Gäste", so Kühnel. Und auch der Umweltschutzgedanke spricht seiner Meinung nach nicht gegen die Anlage. Wenn sie nicht vor Ort gehalten werde, "fahren die Leute woanders hin".
Der höhere Zuschuss soll dem Verein finanziell eine Perspektive gehen. Denn bisher, so Helmut Wiedemann, habe der Verein trotz viel Eigenleistung keine Rücklagen für eventuell anfallende Investitionen bilden können.





