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01.02.2012
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Paten sollen den Tafelladen in Lindenberg retten

Fahrervertrag läuft Ende März aus - Jobcenter kann Lohnzuschuss nicht verlängern

Paten sollen den Tafelladen in Lindenberg retten

Eine Gesetzesänderung bringt den Lindenberger Tafelladen, der Lebensmittel für Bedürftige verkauft, in Gefahr. "Wenn wir bis Ende März keine Lösung finden, weiß ich nicht, wie es weiter gehen soll", sagte Caritas-Geschäftsführer Harald Thomas gestern auf Anfrage der Heimatzeitung. Es geht um die Finanzierung des Fahrers.

Der einzige Fahrer der Tafel Werner Antal hat einen Zweijahresvertrag, der Ende März endet. Die Caritas bekommt bis dahin einen 75-prozentigen Lohnkostenzuschuss. Der entfällt ersatzlos. Der zuständigen Arbeitsagentur in Lindau sind die Hände gebunden, wie Rüdiger Schälter, Geschäftsführer des Jobcenters Lindau, erläutert.

Die Eingliederungsmittel seien gegenüber dem Vorjahr um fast ein Viertel gekürzt worden. Allgemein gesprochen, seien solche Maßnahmen für Langzeitarbeitslose bewusst befristet gewährt, weil man damit erreichen wolle, dass diese Beschäftigten in den regulären ersten Arbeitsmarkt integriert werden. Gleichzeitig sollen andere Arbeitslose "in den Genuss der Maßnahme kommen".

Mit den beiden Fahrern der Lindauer Tafel hat die Caritas mithilfe des Jobcenters noch rechtzeitig im Vorjahr unbefristete Verträge geschlossen. "Die gesetzliche Grundlage dafür ist seit Jahresbeginn leider entfallen", bedauert Thomas.

Der Caritas-Geschäftsführer würde Werner Antal gerne behalten. "Wir haben mit ihm die besten Erfahrungen gemacht. Er ist solide, zuverlässig und engagiert. Einen besseren gibt es nicht", lobt Thomas den 59-jährigen Scheidegger. Seine Kontakte zu den Lieferanten, die er in seiner Freizeit zu einem Netzwerk zwischen Immenstadt, Bregenz und Isny ausgebaut habe, seien inzwischen "unbezahlbar"geworden.

So einen Mitarbeiter dürfe man nicht in Hartz IV zurückschicken. Die Caritas sei bereit, ihren bisherigen Anteil am Lohn zu verdoppeln, verspricht Thomas. Doch das sei "die Schmerzgrenze".

Für die andere Hälfte werden Sponsoren gesucht. Es geht um rund 13 000 Euro jährlich. Der Geschäftsführer sieht auf kurze Sicht nur die Chance über Privatinitiativen den Fahrer halten zu können. Die Caritas sucht dafür sogenannte Tafelpaten, die monatlich eine bestimmte Summe spenden.

"Vielleicht fühlt sich ja ein Betrieb angesprochen", hofft Thomas. Wenn nicht, müsse man "Kopfstände machen". Es fehle dann der Dreh- und Angelpunkt, und damit steht die Fortführung des Lindenberger Tafelladens für Thomas "in den Sternen". Ganz zu schweigen vom menschlichen Schicksal.

Werner Antal könnte zwar im Herbst mit 60 und einhalb Jahren in Rente gehen, "doch das will ich nicht", merkt der Scheideggger im Gespräch an. Die Politik fordere, dass man bis 67 arbeite, da wolle er zumindest noch drei Jahre bis zur vollen Rente schaffen, so der gelernte Maurer, der mit 14 Jahren seinen ersten Arbeitsplatz antrat und mit 52 Jahren durch eine Firmenpleite in Aachen arbeitslos geworden war.

Kommentare

Mayer Markus02.02.2012, 16:25
Liebe Lindenberger, gibt es denn keinen rüstigen Rentner der das ehrenamtlich macht? Tut was für die Allgemeinheit, das ist immer ein gutes Gefühl

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