19.05.2012
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04.02.2012
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Günstiger Musikunterricht und ein Café für die Jugend

Unter den 87 Kandidaten für die 15 Posten im Jugendgemeinderat Wangen sind auch einige Westallgäuer Schüler

Günstiger Musikunterricht und ein Café für die Jugend

Für die 78 Kandidatinnen und Kandidaten des ersten Jugendgemeinderats (JGR) in Wangen wird es heute Nachmittag spannend. Dann beginnt nämlich die Auszählung der Stimmen, und nur 15 Jugendliche starten in ihr politisches Amt. Darunter befinden sich auch einige Westallgäuer.

Die konstituierende Sitzung soll es am 9. Februar geben. Geplant ist, dass sich der JGR mindestens einmal vierteljährlich trifft. "Schnellstmöglich sollen ein Vorstand, dessen Vertretung und ein Schriftführer gewählt werden. Wann und wie oft sich der JGR dann treffen möchte, kann er selbst entscheiden", erklärt Hermann Spang, Sport- und Kulturamtsleiter in Wangen.

Günstigerer Musikunterricht

Der 14-jährige Stefan Rudhart aus Schwarzenberg (Gemeinde Hergatz) besucht die Johann-Andreas-Rauch-Realschule in Wangen und ist einer der 78 Kandidaten. Er hat schon genaue Vorstellungen, für was er sich im Jugendgemeinderat einsetzen würde. "In Wangen fehlt ein Erlebnisbad. Überhaupt haben wir nicht einmal ein richtiges Hallenbad", sagt der Hergatzer.

Sogar in Isny gebe es ein Bad. In seiner Freizeit spielt er gerne Klavier, Mundharmonika und Volleyball. "Leider gibt es hier keinen Volleyballverein". Er ärgert sich auch über hohe Kosten für den Unterricht an der Musikschule. "Kinder, die aus Bayern kommen müssen mehr Geld bezahlen, als andere, die in Wangen wohnen."

So könnten viele musikalische Kinder nicht genug gefördert werden, da ihren Eltern das Geld fehle, bemängelt Stefan. Falls er das erste Mal nicht gewählt wird, will er es "auf jeden Fall in zwei Jahren noch einmal versuchen". Schließlich plant er später einen Beruf in der Verwaltung zu haben, und in den Gemeinderat möchte er auch.

In erster Linie soll der Jugendgemeinderat die Interessen der Jugendlichen in Wangen gegenüber der Stadtverwaltung vertreten. "Es ist schön, ein echtes, demokratisch legitimiertes Sprachrohr für die Jugend zu haben", sagt der Wangener Oberbürgermeister Michael Lang.

Eine politische Macht haben die gewählten Jugendlichen nicht und sie können keine Beschlüsse fassen. Bei den Gemeinderatssitzungen ist der Vorsitzende des JGR mit dabei. "Er hat eine beratende Funktion, ohne Stimmrecht. Bei Fragen, die die Jugend betreffen, gibt es eine Anhörungspflicht", erklärt Spang.

Der JGR verfügt über ein Budget von 4000 Euro. Welche Projekte und Aktionen er durchführen möchte, kann er damit selbst entscheiden.

"Mein Lehrer hat mich angesprochen und auf die Idee gebracht, mich für den JGR aufstellen zu lassen", sagt der Opfenbacher Joachim Wassmundt. Der 15-Jährige wünscht sich mehr Aufenthaltsorte für Jugendliche. "Ein Café zum Beispiel, in dem es Vergünstigungen für Jugendliche gibt, man sich in Ruhe hinsetzen kann und mit Freunden reden, das fehlt mir in Wangen", sagt der Anton-von-Gegenbauer-Schüler.

Durch die Einführung eines JGR möchte die Stadt die Jugendlichen auch näher an die Kommunalpolitik heranführen. "Vielleicht beteiligen sie sich später dann mehr am politischen Geschehen, kandidieren für den Gemeinderat oder gehen wenigstens zu den Wahlen", erhofft sich Spang.

Falls Stefan Rudhart in den JGR gewählt wird, hat er noch einen weiteren Punkt, den er ansprechen möchte. "Der Übertritt auf das Wirtschaftsgymnasium wird immer schwerer", sagt Stefan Rudhart. Denn immer mehr Schüler würden auf das Wirtschaftsgymnasium wechseln.

Eine Lösung für dieses Problem hat er schon parat. "Die Stadt muss dem Wirtschaftsgymnasium mehr Klassenzimmer zur Verfügung stellen, dann können mehr Schüler aufgenommen werden."

JGR in mehreren Städten

Einen JGR gibt es in mehreren Städten in Baden-Württemberg. "Ulm, Reutlingen, Heidelberg und Weingarten, haben schon länger einen JGR", zählt Spang auf. Den JGR in Wangen in die Wege geleitet haben neun junge Menschen. "Sie selber waren früher in Wangen an den Schulen und kennen die Probleme und Wünsche der Jugendlichen", sagt Spang.

Im November 2010 übergab die Gruppe Oberbürgermeister Lang ein Papier mit Vorschlägen, Anregungen und Aufgaben für den JGR. Sarah Rapp, die bis Januar Praktikantin im Rathaus in Wangen war, hat gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung Plakate aufgehängt, Flyer an Jugendliche verteilt und warb an den weiterführenden Schulen um Kandidaten.

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