Unterschriftensammlung für Schlossbergklinik - Lindenberger zeigen Solidarität mit Personal
Mitarbeiter der Schlossbergklinik starten Aktionen in fünf Allgäuer Städten, darunter Lindenberg - 658 Frauen und Männer setzen hier ihre Namen auf die Listen

Die über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schlossbergklinik, die Mitte Dezember von der Schließung der Klinik zum 30. September 2012 erfahren haben, kämpfen um deren Erhalt. An fünf Orten im Allgäu sammelten sie am Samstag Unterschriften, so auch in Lindenberg.
Die dabei gezeigte Solidarität aus allen Bevölkerungsschichten tat den Mitarbeitern gut: "Auch wenn mancher trotz Unterschrift zweifelt, dass es etwas bringt", wie Koen Behets feststellte. Er war über 18 Jahre in der Schlossbergklinik beschäftigt, zuletzt als Leiter der Psycho-Onkologie. Seit 2011 ist er Rentner, war aber am Samstag mit bei der Aktion dabei.Im "Kaufmarkt" durften die Klinik-Mitarbeiter angesichts der klirrenden Kälte mit Zustimmung der dortigen Geschäftsleitung Unterschriften sammeln. Die Resonanz der Angesprochenen war fast ausnahmslos positiv: "Über 80 Prozent haben unterschrieben", so Koen Behets. Insgesamt kamen so 658 Unterschriften allein in Lindenberg zusammen.
Die Hauptanliegen der Mitarbeiter machte die Betriebsratsvorsitzende der Klinik, Hannelore Bryxi, deutlich: Neben dem Erhalt der Arbeitsplätze stehe die Versorgung von Krebs-Patienten in der Region im Mittelpunkt der Forderungen. Bryxi lebt selbst in Lindenberg und arbeitet seit über 30 Jahren in der Schlossbergklinik. "Der Schock hält an", beschreibt sie die Situation unter den Kollegen. "Viele Mitarbeiter hoffen noch auf eine Übernahme durch einen anderen Träger".
In besonderer Weise sei teilweise über Jahrzehnte hinweg eine Begleitung von Patienten und Angehörigen in der Staufner Klinik möglich gewesen. "In diesem Bereich dürfen nicht nur wirtschaftliche Faktoren zählen", so Bryxi. Daher gehe es bei der Unterschriften-Sammlung nicht nur um das lokale Anliegen, sondern letztlich um eine Veränderung des Gesundheitssystems.
Die meisten Angesprochenen bei der Aktion wussten von der Situation in der Schlossbergklinik. "Viele waren und sind sehr betroffen", stellte Hannelore Bryxi fest. Mancher erkundigte sich auch nach der persönlichen Situation der Mitarbeiterinnen. Bryxi selbst wird in Rente gehen, wenn die Klinik am 30. September schließt.
Völlig unklar ist Irene Schuster, wie es für sie weitergehen wird. Die Ergotherapeutin aus Simmerberg arbeitet seit sieben Jahren in der Klinik. "Eine Stelle in diesem Bereich hier in der Region zu finden ist schwierig", weiß sie. Und: "Ich muss mich möglicherweise darauf einstellen wegzuziehen." Umso mehr hofft sie, dass nicht zuletzt durch die Unterschriften-Aktion sich doch noch etwas tut.





