19.05.2012
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07.02.2012
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Busse der RBA streiken -Wasserrohre platzen - Weichen der Bahn frieren ein

Schulfrei wegen Minusgraden

Busse der RBA streiken -Wasserrohre platzen - Weichen der Bahn frieren ein

Minus 25 Grad Celsius hat das Thermometer am Montagmorgen in Weiler angezeigt. Zu kalt offenbar für die Busse der RBA, zahlreiche Pkw, Wasserrohre und Bahn-Weichen im Westallgäu. Vergebens haben viele Schüler am Montagmorgen in eisiger Kälte auf ihren Bus zur Schule gewartet.

Denn nur einer von elf Bussen hatte rechtzeitig den Parkplatz in Weiler verlassen. Einige Kinder und Jugendliche sind nach rund Minuten - so ist die Regelung der meisten Schulen - wieder nach Hause gelaufen, andere warteten 45 Minuten in der Kälte, wieder andere wurden von ihren Eltern zum Unterricht gefahren.

Doch auch diese hatten teils Probleme mit ihren Pkw. Denn viele Fahrzeuge blieben liegen oder sprangen nicht mehr an. Rund 100 Aufträge am Tag könnte der Abschleppdienst Lang in Lindenberg derzeit abwickeln. "Das ist gar nicht zu schaffen, einige müssen bis nächste Woche warten", sagt Andreas Lang.

Rund um die Uhr im Einsatz waren auch die Abschleppdienste im benachbarten Vorarlberg. Über 500 Einsätze zählten sie innerhalb von 24 Stunden.

"Uns ist der Winterdiesel eingefroren", sagte Betriebsleiter Hans Klose, warum die RBA-Busse am Montagmorgen nicht startklar waren.

Seit den frühen Morgenstunden haben Mitarbeiter versucht die Busse zum Laufen zu bringen. "Wir haben die Schulen und die großen Unternehmen informiert", so Klose und fügt hinzu: "Es tut uns sehr leid." Ausgefallen sind die meisten Busse der Linien 11,12,13 und 18.

Keine RBA-Nummer veröffentlicht

Schwierig war es teils für Buskunden das Unternehmen zu erreichen. "Unsere Nummer ist nicht mehr veröffentlicht", bestätigt Klose. Zu viele Anfragen zu Verspätungen aber auch Fahrplanauskünften seien der Grund dafür, so Klose, der auf die Informationen im Internet verweist.

Ab dem heutigen Dienstag werden die Busse alle wieder planmäßig fahren, verspricht der Betriebsleiter. "Wir haben alle Fahrzeuge nach Lindau gebracht, dort hat es nur minus 15 Grad."

An den Westallgäuer Schulen war es gestern gerade in den ersten Stunden recht ruhig, einige Schüler kamen verspätet oder gar nicht. Doch die Schulleiter sahen dies entspannt. "Das kommt immer mal wieder vor, es ist einfach Winter", sagte etwa Walter Zwinger, Schulleiter der Lindenberger Realschule. Darauf sei man eingestellt. "Wir schauen darauf, dass wir im Winter in der ersten Stunde keine Schulaufgabe ansetzen." Auch am Lindenberger Gymnasium trudelten nach und nach rund drei Viertel der Schüler ein. Rund 60 Prozent der Jugendlichen kommen mit dem Bus. "Viele Eltern haben ihre Kinder gebracht", weiß Schulleiter Hermann Endres.

Haus mit Haarföhn angesteckt

Nicht nur Fahrzeuge bleiben aufgrund der kalten Temperaturen liegen, auch rund ums Haus sorgen die Minusgrade für Probleme. Die Weilerer Feuerwehr rückte wegen eines geplatzten Wasserrohres aus. Es war eingefroren. Die Feuerwehr legte das Haus mit Wassersaugern wieder trocken.

In Argenbühl entstand bei einem Haus-Brand ein Schaden von 100 000 Euro. Der Bewohner wollte mit einem Haarföhn ein eingefrorenes Wasserrohr auftauen. Dabei fing die Dämmung Feuer. Zu einem Einsatz wurden die Wehrler auch in Lindenberg gerufen. Dort war ein Auto in Brand geraten.

Ein Mann hatte versucht mit einem Heizlüfter die Scheiben seines Pkw freizubekommen. Der Besitzer bemerkte die Flammen und konnte sie mit einen Feuerlöscher weitgehend löschen. Die Wehr übernahm Nachlöscharbeiten. Das neuwertige Fahrzeug ist aber nahezu ausgebrannt.

Auch die Bahn bekam die Minusgrade zu spüren. Am Hergatzer Bahnhof sind am Samstag die Weichen eingefroren. So kam es bei fünf Regionalzügen zu Verspätungen von rund 20 Minuten. "Das Signal, dass die Weiche gestellt ist, fehlte, so musste ein Mitarbeiter zur Weiche rauslaufen und sie mit Muskelkraft bewegen", sagte ein Bahnsprecher auf Anfrage.

Für eine dicke Eisschicht haben Minusgrade am Lindenberger Waldsee gesorgt. "Unser Bohrer war 22 Zentimeter lang, damit sind wir nicht durchgekommen", sagt Bauhofleiter Richard Herz. Ab 15 Zentimeter kann man laut Experten davon ausgehen, dass die Eisfläche trägt.

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