spacer
spacer
spacer
spacer Samstag, 04. September 2010 DIE TAGESZEITUNG FÜR DAS WESTLICHE ALLGÄU | GEGRÜNDET 1852   spacer
spacer
spacer
 
WA-Navigation
spacer
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
spacer
spacer
img

AUS DEM WESTALLGÄU04.09.2010
Beamte kriminelle Mittel unterstellt
Amtsgericht - Verurteilung zugleich auch wegen Körperverletzung

Zwei inhaltlich voneinander unabhängige Strafsachen hat das Amtsgericht in einer Verhandlung zusammengefasst, denn beide Male war ein 52-Jähriger der Angeklagte. Er stand wegen übler Nachrede und vorsätzlicher Körperverletzung vor Gericht. In beiden Punkten sprach ihn Richter Klaus Harter schuldig.

18 Vorstrafen brachte der Angeklagte mit ins Gericht brachte - hauptsächlich aus seiner Zeit als Jugendlicher und junger Erwachsener. Doch auch 2006 wurde er wegen einer Körperverletzung verurteilt. So fiel es ihm und seinem Anwalt schwer, Argumente gegen eine Verurteilung zu nennen. Unbestritten war, dass es in einer Gastwirtschaft im Dezember 2009 zu nächtlicher Stunde zu einem Handgemenge kam. Drei Zeugen schilderten, dass der 52-Jährige seinem 19-jährigen Opfer einen gezielten Faustschlag ins Gesicht verpasst habe. Der Angeklagte hingegen hatte sich provoziert gefühlt und räumte allenfalls ein abwehrendes Wegstoßen ein. Das Opfer trug eine blutende Nase, eine geschwollene Lippe und eine verbogene Brille davon.

Dem Einwand des Verteidigers, der Schlag sei höchstens fahrlässig gewesen, folgte der Richter nicht und sprach den 52-Jährigen der vorsätzlichen Körperverletzung schuldig.

Zum zweiten Verhandlungspunkt kam es, weil der Angeklagte einem gegen ihn verhängten Strafbefehl widersprochen hatte. Den erhielt er, weil er einem Beamten des Landratsamtes «rechtswidrige und kriminelle Mittel» unterstellt hatte. Dies tat er in einem Schreiben an das Verwaltungsgericht in Augsburg, weshalb es jetzt vor dem Amtsgericht nicht um die Wortwahl, wohl aber um deren Bewertung ging. Der Angeklagte verteidigte sich, dass er auf das Vorgehen des Beamten aufmerksam habe machen wollen und sich davon eine Untersuchung gegen den Beamten versprach.

Allenfalls beim Landrat wäre er damit an der richtigen Adresse gewesen - und auch nur dann, wenn der Angeklagte von einer Vermutung gesprochen hätte, hielt ihm Richter Harter entgegen.

Emotional schilderte der Angeklagte, dass der Beamte seine Kontakte im Landratsamt genutzt habe, um gegen ihn vorzugehen. «Ihre persönliche Paranoia spielt heute hier keine Rolle», musste er sich von Richter Harter sagen lassen. Es gehe einzig und allein um den Vorwurf des Angeklagten, der Beamte bediene sich rechtswidriger und krimineller Mittel. Das sei nicht der Fall und der Tatbestand der üblen Nachrede somit gegeben.

Durch die Zusammenfassung zu einer Strafe kam es zu einer Verurteilung zu 70 Tagessätzen zu 20 Euro. Für den Angeklagten hat sich der Widerspruch gegen den Strafbefehl somit gelohnt. Dieser lautete über 1500 Euro. Nun muss der Mann 1400 Euro bezahlen und hat zugleich die Körperverletzung abgegolten.

top
AUS DEM WESTALLGÄU04.09.2010
Beim Kicken im Allgäu Deutsch lernen
Fußball-Camp - Die 17-jährigen Chinesen Xin Zhang und Xin Peng Wang sind sechs Wochen in Oberstaufen bei Karl-Heinz Riedle

Während sich entlang des Oberstaufener Fußballfeldes Eltern tummeln und emsig fotografieren, herrscht auf dem Platz reges Treiben. Eifrig sind Mädchen und Buben des Karl-Heinz Riedle-Fußball-Camps dabei, ihre fußballerischen Fähigkeiten auf dem Platz zu testen. Und das alles unter Anleitung des Weltmeisters von 1990.

Ein großer Bub mit Haarband fällt den Betrachtern des Spielgeschehens dabei besonders auf. Entschlossen zieht es ihn immer wieder vors gegnerische Tor, wo er vehement von seinen Teamkollegen den Ball fordert. «Hier» ruft Samuel, wie er in Deutschland genannt wird, da kommt auch schon die Flanke und er steigt zum Flugkopfball hoch - leider landet der Ball neben dem Tor.

Samuel ist einer von zwei chinesischen Jugendlichen, die momentan das Fußball-Camp in Oberstaufen besuchen. Im richtigen Leben heißt er Xin Peng Wang und geht mit seinem besten Freund Xin Zhang, der den deutschen Spitznamen Chris bekommen hat, in Peking zur Schule. In der Freizeit der 17-Jährigen dreht sich aber alles um das runde Leder. Beide Jugendlichen kicken beim Traditionsclub FC Guan, den man als den FC Bayern Chinas bezeichnen kann.

Seit etwa fünf Jahren unterhält das Karl-Heinz Riedle-Fußball-Camp eine Partnerschaft mit China. Sie kam über Kontakte des ehemaligen Verlagsleiters der Allgäuer Zeitung, Manfred Müller, zustande und wird vom chinesischen Geschäftsmann Yue Geng unterstützt. Auf diese Weise hatten Xin Peng Wang und Xin Zhang nun die Möglichkeit nach Deutschland zu reisen. «Wollen Fußball spielen und Deutsch lernen», entgegnet Xin Zhang auf die Frage, warum sich die beiden für einen Aufenthalt im Allgäu entschlossen haben. Nach einem Intensivkurs in der Heimat haben sich die beiden Nachwuchskicker mit einem Wörterbuch auf den Weg nach Deutschland gemacht.

Hier stellen sich Chris und Samuel schon strahlend mit ihren neuen Namen vor und sind sehr darum bemüht, der deutschen Sprache möglichst schnell mächtig zu werden. Lachend erzählen sie, dass sie jeden Tag neue Wörter lernen. Dieser Sprachaustausch beruht auf Gegenseitigkeit. Inzwischen wüssten alle im Camp, was Tunneln auf chinesisch heißt, erzählt Peter Alber, sportlicher Leiter des Fußball-Camps. Chris und Samuel beschreibt Alber als «total nett, witzig, weltoffen und lernfreudig».

Freunde haben die beiden Chinesen schnell gefunden, daher finden sie es im Allgäu «sehr schön». Blickt man auf die fußballerischen Fähigkeiten, meint Kalle Riedle: «Beide sind technisch gut ausgebildet und körperlich sehr robust.»

AUS DEM WESTALLGÄU04.09.2010
Ein Spieltag ohne Derby
Fußball - Bis auf den FC Scheidegg müssen alle Fußball - -Teams auswärts antreten

Auch wenn für fast alle heimischen Mannschaften in der Kreisliga A III Auswärtsspiele anstehen, gehen die Trainer davon aus, mindestens einen Punkt nach Hause mitnehmen zu können. Einzig für den Co-Trainer des FC Scheidegg, Alwin Boch, gibt es zu einem Sieg gegen Schlusslicht Isny II keine Alternative.

FC Scheidegg - FC Isny II (Sonntag, 15 Uhr): - «Wir dürfen uns von der hohen 1:7-Packung des FC Isny II am vergangenen Sonntag gegen den SVM nicht blenden lassen. Die haben sich schon gewehrt.» FCS-Co-Trainer Alwin Boch - er vertritt Urlauber Sigi Koch - ist mit seinem Team nach der «tragischen Niederlage» (Boch) beim FC Lindenberg aber gegen das Tabellenschlusslicht aus Isny auf einen «Dreier» aus. Hubert Sinz ist im Urlaub, Oliver Lingg fehlt krankheitsbedingt.

SC Kleinhaslach - FV Weiler II (Sonntag, 15 Uhr): Martin Gräser und Quirin Strahlhuber gehen in den Urlaub - Felix Morent kommt daraus zurück: FVW-Trainer Peter Alber muss in Kleinhaslach seine Anfangself erneut durcheinanderwirbeln, um beim Tabellenfünften bestehen zu können.

Die furiose Schlussviertelstunde am vergangenen Wochenende gegen den SV Waltershofen (der FV Weiler II drehte in den letzten drei Minuten die Partie zu einem 3:2-Erfolg) hat laut Alber bei den Rot-Weißen Spuren in positiver Hinsicht hinterlassen: «Dieses Erfolgserlebnis hat uns Selbstvertrauen gegeben.»

SV Deuchelried - FC Lindenberg (Sonntag, 15 Uhr): «Es sieht gut aus. Mit Roman Hurka hat sich auch der letzte Urlauber zurückgemeldet.» FCL-Co-Trainer Silvano Nardelli ist froh, ohne personelle Engpässe in die Auswärtspartie beim Tabellennachbarn gehen zu können. Der Fehlstart mit zwei Niederlagen in Serie ist laut Nardelli abgehakt: «Wenn wir in Deuchelried drei Punkte nachlegen, sind wir wieder im Soll.»

SC Unterzeil - TSV Heimenkirch (Sonntag, 15 Uhr): Da dem TSV Heimenkirch seit Saisonbeginn noch kein Sieg auf fremden Plätzen gelungen ist, mahnt TSV-Trainer Fredy Huckenbeck vor der morgigen Partie beim SC Unterzeil eine Verbesserung der Auswärtsbilanz an. Angesichts eines personell stark ausgedünnten Kaders wäre der Coach aber mit einem «Teilerfolg» beim Tabellenneunten zufrieden. Der SCU hat lediglich aufgrund des gewonnenen Relegationsspiels gegen den TSV Röthenbach den Ligaerhalt geschafft. Huckenbeck: «Ein schwerer Gegner, der zur Zeit auch schwer einzuschätzen ist.»

SV Waltershofen - SV Maierhöfen-Grünenbach (Sonntag, 15 Uhr): Ohne Konrad Sontheim muss SVM-Coach Florian Meffert beim SV Waltershofen (4.) auskommen. Der Routinier verletzte sich am vergangenen Spieltag am Knöchel und muss sich einer eingehenderen Untersuchung stellen. Mit dem derzeit 8. Platz kann Meffert gut leben: «Wir haben bislang nicht schlecht ausgesehen. Allerdings hätte in den ersten drei Partien schon der ein oder andere Sieg herausschauen müssen.» (sen)

AUS DEM WESTALLGÄU04.09.2010
Segeln wie die Besten der Welt
Interboot - Sechs Leser können eine Match-Race-Regatta fahren, von einem professionellen Skipper begleitet - Medien-Cup im Bodensee

Friedrichshafen/Westallgäu Ausgiebig testen heißt es vom 18. bis 26. September auf der Messe Interboot in Friedrichshafen. Sie setzt ganz auf den Spaßfaktor im Wassersport. Über 500 Aussteller zeigen bei der 49. Interboot ihre Neuheiten der Saison 2011. Von edlen Yachten, über sportliche Segelboote bis hin zu Schlauchbooten, Kanus, Tauchausrüstung und Surfbrettern, die von den Besuchern nicht nur neun Tage lang in acht Hallen, am Messe-See sowie im Hafen angeschaut werden können, sondern auch getestet. Rund 500 Veranstaltungen rund um das Vergnügen auf dem Wasser gibt es während der neun Messetage.

Vor allem den oben genannten Spaßfaktor sollen sechs Leser des Westallgäuers am Sonntag, 19. September erleben. Sie können einen Platz auf einer Match-Race-Yacht gewinnen und für die Heimatzeitung beim Interboot Medien-Cup gegen andere Medien-Teams Duelle segeln. Dafür ist keine Segelerfahrung nötig; denn professionelle Skipper begleiten die Crew.

Bei einem ausgiebigen Segeltraining erhalten die Teilnehmer Einblicke in die Taktiken des Regattasegelns und erleben vor der Kulisse der Schweizer Alpen einen einmaligen Segeltörn. Gesegelt wird auf original Yachten des Match Race Germany, auf denen die besten Segler der Welt im Frühjahr auf dem Bodensee gegeneinander angetreten sind. Das Match Race gilt als die spannendste Form des Regattasegelns.

Wer einen Platz auf der Match-Race-Yacht gewinnen will, sollte am 19. September bis etwa 18 Uhr Zeit haben. Die Teilnehmer haben freien Eintritt auf der Messe und werden ab 12.30 Uhr vom Messe-Team und von den Skippern betreut. Nach der Einführung in die Segelgrundlagen geht es auf den Bodensee zum Segeltraining, das in der Match-Race-Regatta ihren Höhepunkt findet. Anschließend findet die Siegerehrung und ein gemeinsames Abendessen statt. Die Gewinner werden von der Messe Friedrichshafen benachrichtigt und erhalten alle weiteren nötigen Informationen.(do)

AUS DEM WESTALLGÄU04.09.2010
Vom Platzanweiser zum Zirkusdirektor
Gastspiel - Sascha Melnjak begeistert mit seinem Zirkus «Charles Knie» die Besucher - Dienstag und Mittwoch in Immenstadt - Traditioneller Zirkus mit «Artisten, Clowns und Tieren»

In der traditionsreichen Zirkusbranche gilt er als Senkrechtstarter. Sascha Melnjak, 35 Jahre alt und seit vier Jahren Direktor des Zirkus Knie. Bei seinen Gastspielen sorgt das Unternehmen mit einer 150-minütigen Vorstellung auch im Allgäu für Furore. «Es läuft sehr, sehr gut», sagt er über seine Auftritte in Memmingen, Kempten und Kaufbeuren. Am kommenden Dienstag und Mittwoch gastiert «Charles Knie» in Immenstadt.

Sascha Melnjak ist kein Zirkusdirektor mit Frack und Zylinder. Er trägt Hemd und Jeans. «Ich bin froh, wenn ich im Hintergrund bleibe», sagt er. Den Platz in der Manege überlässt er seinen 91 Angestellten und dem Moderator. Wie einige seiner Artisten auch ist Melnjak ein Quereinsteiger ins Zirkusgeschäft. «Die Manege war mein Kindheitstraum», sagt er. Deswegen hat er bereits in den Schulferien ständig für verschiedene Zirkusse gearbeitet: ob als Platzanweiser oder Ansager. Nach Abitur und Lehre zum Großhandelskaufmann ging es ähnlich weiter. Melnjak fungierte als Pressesprecher oder Tourneeleiter, 1999 gründete er als 24-Jähriger den Heilbronner Weihnachtszirkus.

In einem Atemzug mit «Krone»

2006 erfuhr der gebürtige Stuttgartet, dass «Charles Knie» zu haben war. Melnjak griff zu und kaufte den damals noch kleineren Betrieb auf Raten. Das Geschäft lief auf Anhieb, Melnjak investierte. Bis heute eine siebenstellige Summe. Bereut hat er das noch «keine Sekunde». Kein Wunder: Mittlerweile wird Charles Knie in einem Atemzug mit «Krone» genannt, Europas größtem rollenden Zirkusunternehmen.

Vergleichen will sich Melnjak mit dem Münchner Unternehmen nicht. «Beide haben ihren eigenen Stil» sagt er. Krone pflegt Gigantismus, Melnjak mag es lieber familiärer, präsentiert eine modern inszenierte Zirkus-Revue. In dem Zelt seines Zirkusses mit Platz für 1440 Besucher springt der Funke schnell über - wo «Charles Knie» auftritt, bleiben begeisterte Besucher zurück.

Große Flugnummer

Melnjak liebt den traditionellen Zirkus. «Artisten, Clowns und Tiere». Das stößt zwar immer wieder auf Kritik von Tierschutzorganisationen, Melnjak kann damit aber gut leben. Sein Zirkus setzt größtmögliche Offenheit dagegen, öffentliche Tierproben gehören dazu. Dort erklärt beispielsweise Alexander Lacey, wie er Löwen und Tiger trainiert, ohne ihren Willen zu brechen. Der junge englische Dompteur genießt in seiner Branche Weltruf, beim Zirkusfestival in Monte Carlo hat er mit seiner gemischten Raubtiergruppe den «silbernen Clown» bekommen, so etwas wie den Oscar der Zirkusbranche.

Melnjak selber ist ein besonderer Fan des Flugtrapez. Versteht sich, dass sein Unternehmen eine große Luftnummer im Programm hat. Flying Mendoca: Fünf Brasilianer, die in zwölf Metern Höhe spektakuläre Tricks zeigen, bis hin zum dreifachen Salto mortale. Weltniveau - wie viele andere Nummern, die «Charles Knie» präsentiert.

Regelmäßig landen bei dem Zirkusdirektor Bewerbungsfilme auf dem Schreibtisch. Melnjak sieht sich die Nummern aber lieber selber an. Deshalb war er gerade zwei Tage in Italien. «Junge, begeisterungsfähige Artisten mit zeitgemäßen Nummern», sucht er vor allem. Und natürlich welche mit Format. Immerhin verspricht Knie «die schönste Zirkusshow der Gegenwart». (pem)

Gastspiel in Immenstadt am Dienstag, 7. September,, 16 Uhr (Familientag) und 20 Uhr; Mittwoch, 8. September, 16 Uhr. Tickets unter (01805)132132.

AUS DEM WESTALLGÄU03.09.2010
«Helfer waren regelrecht ausgeblutet»
Interview - Kreisbrandrat Friedhold Schneider erklärt, warum sich die Feuerwehren des Landkreises eine Sandsackabfüllmaschine wünschen - 13 000 Euro Kosten

Nach den vielen Hochwassereignissen in diesem Jahr fordern die Feuerwehren eine Sandsackabfüllmaschine für den Landkreis. Sie soll den Helfern stundenlanges Schaufeln ersparen. Wir haben darüber mit Kreisbrandrat Friedhold Schneider gesprochen. «Die Feuerwehrler brauchen Erleichterung», sagt der Kreis-Feuerwehrchef.

Die Feuerwehren haben rund 12000 Sandsäcke allein im Westallgäu. Warum fordern sie eine Sandsackabfüllmaschine?

Schneider: Über den Landkreis Lindau geht heuer eine richtige Hochwasserwelle hinweg. Den Feuerwehren beschert das eine Menge Arbeit. Wassersauger, Tauchpumpen und Sandsäcke sind in dem Zusammenhang die wichtigsten Mittel. Erst müssen die Sandsäcke ausgelegt, dann kurz danach neue gefüllt werden, um die Vorräte wieder aufzufüllen. Die Leute waren an manchen Tagen regelrecht ausgeblutet.

Warum verwenden sie die Sandsäcke nicht wieder?

Schneider: Es ist Einmalware. Gebrauchte Säcke platzen nach einigen Tagen oder der Sand verklumpt, wird hart. Wir können sie also nicht wieder verwenden.

Wie füllen sie die neuen Säcke?

Friedhold Schneider: Das geht bei uns immer noch von Hand. Das stundenlange Schaufeln ist eine nicht gerade gesunde Arbeit. Das muss man den Feuerwehrlern, die ohnehin viel für die Allgemeinheit leisten, nicht auch noch aufbürden. Und wenn es die Mitarbeiter der Bauhöfe machen, kostet das ordentlich Geld.

Wie viele Schaufeln Sand kommen in einen Sack?

Schneider: Ziemlich genau dreieinhalb Schaufeln voll. 15 Mann schaffen so vielleicht 250 Säcke am Abend.

Und die Maschine?

Schneider: Gut 4000 Säcke in einer Stunde.

Wo sollte denn ein solches Gerät stationiert werden?

Schneider: Am besten in einem gemeindlichen Bauhof. Die Feuerwehren benötigen das Gerät ja nicht jeden Tag.

Was kostet eine solche Maschine?

Schneider: Etwa 13 000 Euro, aber im Sinne der Fürsorgepflicht für unsere ehrenamtlichen Kräfte, im Sinne einer wirtschaftlichen und zeitnahen Befüllung unabdingbar.

Über die Ausgabe wird sich keine Gemeinde freuen...

Schneider: Natürlich nicht. Wir sehen es auch als eine überörtliche Aufgabe. Die Sandsackabfüllanlage sollen alle Feuerwehren und das Technische Hilfswerk im gesamten Landkreis nutzen können und deshalb auch alle Gemeinden mitzahlen. Wie handhaben es denn die anderen Landkreise? Friedhold Schneider: Andere Landkreise haben seit vielen, vielen Jahren solche Maschinen.

Der benachbarte Landkreis Oberallgäu beispielsweise hat vier, der Landkreis Ravensburg ebenfalls. Eine würde uns schon viel helfen. (pem)

top
AUS DEM WESTALLGÄU03.09.2010
Johanna Techt wird Neunte
Bei WM in Kanada

Johanna Techt vom TSV Niederstaufen ist bei der Mountainbike-Weltmeisterschaft am Mittwochabend in Kanada auf Platz neun gefahren.

Die Deutsche Meisterin der Juniorinnen, die zwischendurch auf Rang vier fuhr, hatte bei 30 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit ihre Probleme mit der Hitze, genau wie die bis zur Hälfte Führende Jolanda Neff aus der Schweiz, die mit einem Kreislaufkollaps aufgeben musste. Am Ende hatte Techt 7:34 Minuten Rückstand auf die Siegerin aus Frankreich, Pauline Ferrand Prevot. Trotzdem gab es im deutschen Lager Grund zu jubeln. Mit 1:21 Minuten Rückstand auf die Siegerin holte Helen Grobert die Bronzemedaille.(pem)

top
AUS DEM WESTALLGÄU03.09.2010
700 Mitarbeiter bangen
Krise - Angell-Demmel stellt Insolvenzantrag - Geschäftsführer hofft

Die Angell-Demmel Europe GmbH hat am Mittwoch Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen beschäftigt in Lindau 700 Mitarbeiter. Der Münchner Anwalt Dr. Marco Liebler ist zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt worden. «Sofern das Unternehmen erhalten bleibt, bestehen unsererseits keine Absichten, Stammarbeitsplätze abzubauen», sagt Franz Holger Woitowitz, Geschäftsführer von Angell-Demmel Europe.

Das Unternehmen produziert mit rund 700 Mitarbeitern in Lindau und im österreichischen Kennelbach Aluminiumzierteile für die Automobilindustrie. Seit 2009 gehört das Unternehmen zu 60 Prozent zur Sellner Holding GmbH. Am Mittwochabend hat das Unternehmen beim Amtsgericht Kempten Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, bestätigte eine Sprecherin des Gerichts. Grund ist die Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft durch anhaltende operative Verluste. Nicht betroffen sind die Tochtergesellschaften in den USA und China.

Die Insolvenz kommt überraschend. Gerade die Nachfrage in der Automobilmittel- und Oberklasse hat spürbar angezogen. Auch Angell-Demmel spricht von einer «stark steigenden Kundennachfrage». Das hat aber offenbar zu Problemen geführt. Nur durch die kurzfristige Beschäftigung von Zeitarbeitern habe man die Kapazitäten entsprechend erweitern können, so das Unternehmen.

Aufgrund der komplexen Kundenanforderungen habe man das hohe Qualitätsniveau nicht halten können. «Erhebliche Ausschussquoten waren die Folge und belasteten entsprechend das Ergebnis», so Angell-Demmel in einer Mitteilung.

In den vergangenen Wochen hatte es Bemühungen gegeben, zusammen mit den Banken und den Kunden BMW, Audi/VW und Daimler eine tragfähige Lösung zu entwickeln. Sie scheiterten aber. Dennoch sieht die Geschäftsführung derzeit gute Chancen, das Unternehmen zu erhalten. «Wir haben mit 70 Prozent Marktanteil bei unseren Kunden in Deutschland eine Schlüsselposition», so Franz-Holger Woitowitz. Es müsse im Rahmen einer Sanierung aber gelingen, die «Prozesse effizienter zu gestalten und unser Personal stärker zu qualifizieren».

Der vorläufige Insolvenzverwalter war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Mit ihm zusammen muss eine mögliche Sanierung besprochen werden. Als wichtigste Aufgabe sieht es die Geschäftsführung an, die laufende Produktion zu finanzieren, um die Lieferfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten.

Der Eigentümer der Sellner Group, Equivest, steht nach eigenen Angaben zu der Tochtergesellschaft. «Als wir mit der Sellner Group bei Angell-Demmel im Krisenjahr 2009 eingestiegen sind, waren wir an einem langfristigen Engagement inter-

essiert. Von unserer Seite würden, sofern alle Gläubiger eine Sanierung unterstützen, auch Beiträge zur Fortführung des Unternehmens erbracht», kündigt Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg von Equivest an.

AUS DEM WESTALLGÄU03.09.2010
Außerplanmäßige Sanierung
Straßenbau - Trotz neuem Durchlassrohr soll die Sperre der Staatsstraße zwischen Ebratshofen und Harbatshofen in einer Woche beendet sein

Mehr Aufwand als geplant bei den Bauarbeiten an der Staatsstraße 2001 zwischen Harbatshofen (Gemeinde Stiefenhofen) und Ebratshofen (Gemeinde Grünenbach): Beim Verlegen der Straße für den neuen Geh- und Radweg zeigte sich, dass der vorhandene Durchlass für den Fallenbach sanierungsbedürftig ist. Kurzfristig wurde ein neues Durchlassrohr eingebaut. Den Zeitplan hoffen die beteiligten Firmen dennoch einzuhalten: Danach soll die Straße rechtzeitig zum Schulbeginn wieder offen sein.

Der bislang nur mit Steinen befestigte Durchlass für den Bach, der unmittelbar nach der Staatsstraße in die Argen mündet, wurde bei der grundlegenden Sanierung der Straße vor zehn Jahren nicht verändert. Als jetzt an dieser Stelle die Staatsstraße um wenige Meter nach Süden verlegt werden sollte, zeigte sich, «dass der Durchlass erneuert werden muss», so «Kapo» Jochen Becker.

Da es sich um eine Sanierung im Bereich der Staatsstraße handelt, entstehen der Gemeinde dadurch keine zusätzlichen Kosten. «Damit der vorgesehene Zeitplan eingehalten werden kann, sind die Arbeiter derzeit bis 20 Uhr im Einsatz», stellt Grünenbachs Bürgermeister Markus Eugler anerkennend fest.

Obgleich Jogger, Nordic-Walker und Radler den teilweise asphaltierten Geh- und Radweg bereits in Besitz genommen haben, ist kurz vor Ebratshofen kein Weiterkommen möglich. Wer meint, trotz Durchfahrtsverbot den Umweg in Richtung Oberallgäu vermeiden zu können, steht vor einer Baugrube. (owi)

AUS DEM WESTALLGÄU03.09.2010
Bürger helfen Gemeinde am Bau
Ibergzentrum - Gemeinde Maierhöfen spart dadurch rund 55000 Euro - Schwarz: Dachsanierung «echtes Gemeinschaftswerk»

Bürgermeister Martin Schwarz ist begeistert: Sein Aufruf zum Engagement bei der energetischen Sanierung des Sporthallen-Bereichs des Ibergzentrums in Maierhöfen hat viele Bürger mobilisiert. Trotz Regens zu Beginn der Maßnahme gehen die Arbeiten zügig voran. Durch die ehrenamtliche Mitarbeit spart die Gemeinde Maierhöfen rund 55000 Euro.

Neben Bürgermeister Martin Schwarz sind noch drei weitere Mitarbeiter der Gemeinde im Einsatz. Die ortsansässige Holzbau-Firma Zeh hat zwei Mitarbeiter für zwei Tage kostenlos abgestellt. Und vom Haus Iberg kommen regelmäßig drei Teilnehmer der Arbeits- und Beschäftigungstherapie zum Helfen. «Die Dachsanierung ist ein echtes Gemeinschaftswerk», freut sich der Bürgermeister. Denn daneben sind schon jetzt regelmäßig zehn bis 15 Maierhöfener auf dem Dach - und werden von einigen Frauen aus der Gemeinde mit Essen und Trinken versorgt. «Teilweise fast zu viele Helfer» sind aktiv, hat er festgestellt.

Schüler reinigen Dachplatten

Gleich zu Beginn aber war jede Hand gefragt: Es galt, die 13000 Dachplatten abzunehmen und auf dem Parkplatz zu lagern. Dort sind unter anderem Schüler damit beschäftigt, sie einzeln zu reinigen - sie boten ebenfalls ehrenamtliche Hilfe an. Das Dach des Sporthallenbereiches ist momentan bis auf die Schalung freigelegt. Auf sie wird nun eine vorgefertigte Isolierung aufgebracht. Die kostet rund 35000 Euro.

«Klatschnass» waren alle Helfer am ersten Tag. Die zwischenzeitliche Wetterbesserung lässt Martin Schwarz zuversichtlich nach vorne schauen: «Ursprünglich haben wir drei Wochen für die Maßnahme eingeplant, vielleicht sind wir aber schon bis zum Viehscheid fertig», spekuliert der Maierhöfener Rathauschef. Das wäre schon Ende nächster Woche. «Das setzt alledings voraus, dass beim Eindecken wieder so viele Helfer dabei sind wie bisher schon», hofft der Bürgermeister.

spacer
Das Wetter im Westallgäu
spacer
spacer
spacer
 
 
spacer
schoenheit_wa
wa_freizeitportal

spacer
 
 
spacer
spacer
spacer
© 2010 | Holzer Druck und Medien GmbH + Co. KG | Alle Rechte vorbehalten | Impressum | Seite drucken backzurück | topnach oben
spacer
spacer
hdm start