 |
 |
 |
 |
Mittwoch, 08. September 2010 |
DIE TAGESZEITUNG FÜR DAS WESTLICHE ALLGÄU | GEGRÜNDET 1852 |
|
 |
|
 |
 |
| |
|
| AUS DEM WESTALLGÄU | 08.09.2010 |
| Gutachten soll Klarheit bringen |
| Salzstadel - Fundament senkt sich ab - Mauern zeigen Ausbauchungen und Risse - Zwei Gegenstimmen im Gemeinderat Hergatz |
Ein Baugrundgutachten soll Aufschluss über Schäden am Wohmbrechtser Salzstadel bringen und auflisten, wo dringender Handlungsbedarf besteht. Der Hergatzer Gemeinderat hat bei zwei Gegenstimmen beschlossen, dass die Gemeinde sich mit 3500 Euro an der Finanzierung des Gutachtens beteiligt. 3000 Euro Zuschuss gibt es vom Staatlichen Denkmalschutzamt, 1000 Euro legt der Heimatverein drauf.
Vorausgegangen war ein Ortstermin bei dem denkmalgeschützten
Gebäude. Jan Schubert vom Ingenieurbüro Schütz in
Kempten erläuterte die sichtbaren Veränderungen seit
dem 2006 erstellten Standsicherungsgutachten, das der
Heimatverein in Auftrag gegeben hatte.
Extreme Absenkungen
Auf der Stadel-Nordseite baucht ein Teil der Mauer stark aus,
gepaart mit Rissen und Einsenkungen. Eine Besonderheit seien die
Querhölzer unter den Steinen, sagte Schubert. In diesem
Bereich mit sehr tonigem und wasserhaltigem Boden gebe es
«extreme Absenkungen». Die äußere Schale
der zweischalig aufgezogenen Mauer driftet dadurch nach
außen ab. Balkenköpfe an den Deckenbalken fehlen, sind
zurückgefault oder zurückgeschnitten.
Mauer kann erhalten werden
Ratsmitglied Karl Schmid wollte wissen, ob die Wand weg
müsse. Sie könne erhalten werden, beruhigte Schubert.
Die Mauerschalen ließen sich mit Nadelankern gegeneinander
ziehen und der Zwischenraum mit flüssigem Mörtel
verpressen. Aber es brauche eben eine Bestandsaufnahme, um
notwendige Maßnahmen auch zur Baugrundverbesserung
festzulegen.
Im Innern des Salzstadels fehlen zwei Stützen für die
Deckenbalken, für die nur unzureichende
Ersatzmaßnahmen (Unterzüge) getroffen wurden.
«Die Lasten werden ungleichmäßig weitergeleitet.
Die übrigen Stützen sind überbelastet»,
stellte Schubert fest.
Risse zeigen sich an der Westgiebelwand, die irgendwann erneuert
und nach innen gezogen wurde. Sie steht dadurch nicht mehr
vollständig auf dem bestehenden Mauerwerk. Da bedürfe
es unter Umständen einer Nachgründung von innen,
erklärte der Statiker.
Nutzungskonzept seit 2003
Edgar Raab, Vorsitzender des Heimatvereins, ging auf die in der
letzten Gemeinderatssitzung vorgebrachten Einwände ein, vor
einem Gutachten brauche es erst mal ein Nutzungskonzept für
den Salzstadel. Ein solches Konzept gebe es schon lange und
diesem habe der Hergatzer Gemeinderat bereits 2003 zugestimmt, so
Raab.
|
|
| AUS DEM WESTALLGÄU | 08.09.2010 |
| Auf der Spur der Jakobsmuschel |
| Kinderbibelwoche - Entdecken und Staunen in Scheidegg und Umgebung |
«Wer von euch wäre heute morgen am liebsten im Bett geblieben?», fragt Pfarrerin Ingrid Ossig aus Scheidegg in die Runde der Kinder und erntet jede Menge Seufzer. Das Wetter meint es nicht besonders gut mit den fast 20 kleinen «Pilgern»: am Himmel lauter graue Wolken und feiner Nieselregen. Trotzdem macht sich die Gruppe auf den Weg.
Jeden Tag führt dieser auf einem anderen kleinen Stück
des Westallgäuer Jakobswegs entlang - ein Abschnitt im
großen Netz der Routen, die zum Anfang des
ursprünglichen «Camino» in Le Puy (Frankreich)
führen. Die Kinderbibelwoche will den Jakobsweg mit dem
bewussten Entdecken der Schöpfung verbinden.
Heute, am zweiten Tag, wird von Bremenried aus an einen
Grillplatz an der Rothach gelaufen. Schon auf dem Weg wird
gesungen, in Pfützen gehüpft und laut gelacht. Helferin
Renate Bernstein (Scheidegg) ist begeistert: «Die Kinder
sind alle mit Feuereifer dabei.» Und auch Initiatorin Ossig
ist bisher sehr zufrieden mit ihrem Projekt. Es sei heutzutage
schwierig, Kinder neben Sport, Freizeitaktivitäten und
Schule für etwas im Rahmen des Glaubens zu gewinnen,
berichtet sie. «Ein zeitlich begrenztes Projekt wie unseres
ist auch für die Familien leichter zu managen.»
Am Grillplatz angekommen, erinnern sich die Kinder an den
«echten» Pilger, den sie am Montag unterwegs
getroffen haben. «Der hat eine große Muschel dabei
gehabt und gebetet», erzählt die fünfjährige
Anne aus Scheidegg. Stolz zeigen einige der Kinder die kleine
Jakobsmuschel aus Ton, die auch sie am Rucksack oder um den Hals
baumeln haben. Gemeinsam wiederholen dann alle noch einmal die
Legende des heiligen Jakobus, dessen Grab im spanischen Santiago
de Compostela das Ziel für jährlich fast 150000
offiziell registrierte Pilger darstellt. Als Pfarrerin Ossig ein
Bild der opulenten Kathedrale von Santiago zeigt, sieht man
ringsum nur staunende Gesichter.
Licht und Feuer als Thema
Aber wie haben die Pilger früher dorthin gefunden? Der
siebenjährige Noah aus Scheidegg weiß: «Sie
haben sich von der Sonne leiten lassen.» Weil Licht und
Feuer so wichtige Hilfsmittel auf dem Weg darstellen, bilden sie
das Thema des zweiten Tages. Gemeinsam mit der ehrenamtlichen
Helferin Kathrin Horn tragen die Kinder zusammen, was sie von der
Sonne wissen und stellen spielerisch die Planeten dar.
Und dann beginnt vor allem für die Buben der spannendste
Teil des Vormittags - Feuer machen. Da wird ganz eifrig Holz
zusammengetragen, während die besten Methoden zum
Anzünden diskutiert und ausprobiert werden. Der
neunjährige Hendrik aus Sulzberg erklärt stolz:
«Beim Zelten habe ich schon oft ein Feuer gemacht.
» Wie er packen fast alle Kinder mit an und zeigen, dass
hier gar keine Hilfe von den Erwachsenen nötig ist, um ein
gemütliches Lagerfeuer zu entfachen. In der heißen
Glut gibt es dann für jeden knuspriges Stockbrot, das die
Gruppe bei Liedern und Gebeten genießt. Zum Schluss
dürfen die Kinder jeden Tag einen Teil eines eigenen
Holzbretts gestalten, auf dem sie mit Ölkreiden und anderen
Materialien wie Sand den Jakobsweg und die vier Elemente
darstellen.
|
|
| AUS DEM WESTALLGÄU | 08.09.2010 |
| Alte Klassiker und moderne Streifen |
| Kinoclub Filmriss - Rund 15 Filmbegeisterte treffen sich seit Kurzem regelmäßig, um ein etwas anderes Kino-Programm zusammenzustellen - Am 9. September läuft der erste Film |
Sie alle haben eines gemeinsam: Sie alle lieben Filme. Manchen gefallen alte Klassiker besser, andere schauen sich am liebsten deutsche Filme an. Eben Filme, die normalerweise nicht in den Kinos laufen. Seit Kurzem treffen sich in Lindenberg regelmäßig Filmbegeisterte im Kinoclub Filmriss um ein etwas anderes Kino-Programm zusammenzustellen.
«Ich habe in meinem Freundes- und Bekanntenkreis immer
wieder gehört, dass gerade so etwas in Lindenberg
fehlt», sagt Kathrin Felle, die Leiterin des Kultur- und
Gästeamts in Lindenberg. So hat sie einen Aufruf gestartet
und zum ersten Treffen Anfang Mai haben sich dann rund 15
Menschen mit einem Faible für Film getroffen. Und damit war
der Kinoclub Filmriss gegründet. «Mitmachen kann
jeder, egal ob aus Lindenberg oder Umgebung», sagt Felle.
Mit dabei ist auch Anne Schneider, die Leiterin der Lindenberger
Stadtbibliothek. Sie selbst beschreibt sich als ganz eifrigen
Kinogänger. «Mir gefallen vor allem
außergewöhnliche Filme, doch die kommen in Lindenberg
nicht zum Zug», erzählt sie von ihrer Motivation beim
Kinoclub mitzumachen. Für das aktuelle Programm des
Kinoclubs hat sie den Film «Vitus» vorgeschlagen.
«Er ist sehr witzig und einfach aus dem Leben
gegriffen», beschreibt sie den Schweizer Streifen mit Bruno
Ganz in der Hauptrolle. Jeder hat für das Kinoprogramm drei
Filmvorschläge mitgebracht. «Diese mussten dann gegen
die anderen verteidigt werden», erzählt Felle
schmunzelnd.
Die acht Filme, die sich schließlich durchgesetzt haben,
hat Clubmitglied Verena Stephan auf Flyer gedruckt. Die
freiberufliche Grafikerin hat als Motiv einen alten
Abriss-Kinoschein gewählt. «Bei einem Treffen ist die
Idee entstanden», erzählt sie. 5000 Flyer vom Kinoclub
gibt es.
Bestimmt 30 Jahre ist es her, dass er sich einen Film im Kino
angesehen hat: Doch nun macht Dr. Dieter Zahn beim Kinoclub mit
und will wieder öfters Filme auf der Leinwand ansehen.
«Ich bin ein absoluter Klassikfan», sagt er von sich
selbst. Und so kommt es, dass er außer seinem eigenem
Vorschlag, «Manche mögens heiß», keinen
einzigen Film auf dem Programm des Kinoclubs kennt. «Aber
ich werde sie mir alle anschauen», nimmt sich der
Kinderarzt vor.
Fragt man Renate Berger nach ihren Lieblingsfilmen, kommt die
45-Jährige regelrecht ins Schwärmen. Sie nennt einen
Titel nach dem anderen, sie weiß, wer die Hauptrolle spielt
oder ob und welche Auszeichnung der Streifen bekommen hat. Auch
sie hat ein Faible für Klassiker. «Ganz toll finde ich
zum Beispiel den Film ,Il Gattopardo, in Deutsch: der
Leopard», erzählt sie mit leuchtenden Augen.
«Mein Hobby ist das Lesen von Buch- und
Filmkritiken», sagt Viola Heller-Unold von sich selbst.
Zwei Seiten handbeschrieben mit Filmen, die sie «unbedingt
einmal anschauen will», liegen bei ihr zu Hause. «Die
meisten davon laufen nicht bei uns in den Kinos», bedauert
sie. Gerade sozialkritische Filme sieht sie sich gerne an.
«Ich habe unter anderem ,Harold and Maude
vorgeschlagen», sagt die Erzieherin. Ihr Film wird in einer
Doppelvorstellung als zweiter Film zur Eröffnung der
Kulturtage im Kesselhaus am morgigen Donnerstag gezeigt.
Insgesamt acht Filme zeigt der Kinoclub Filmriss in seinem ersten
Programm. Alle Filme werden im neuen Krone Kino in Lindenberg
gezeigt.
|
|
| AUS DEM WESTALLGÄU | 08.09.2010 |
| Stadtbücherei - Leiterin Anne Schneider sammelt Vorschläge für den Kauf von Büchern und DVDs für das Projekt «55plus» |
Die Bücher tragen einen kleinen Aufkleber auf dem schmalen Rücken: «Älter werden» hat Anne Schneider, die Leiterin der Stadtbücherei, darauf geschrieben. Die Buchserie gehört zum Projekt «55plus», das gleich neben der Bücherabgabe ein ganzes Regal füllt. Wenn heuer für 1500 Euro Bücher und DVDs zu diesem Thema angeschafft werden, gibt es dazu 600 Euro Zuschuss vom Freistaat.
Immer neue Ideen
Von den Fortbildungen der Landesfachstelle für
öffentliche Büchereien bringt Anne Schneider alle Jahre
Ideen für neue Projekte mit. Etliche Jahre stand vor allem
die Leseförderung für Kinder und Jugendliche im
Mittelpunkt. «Das Thema ist erschöpft», sagt die
Chefin im Pressegespräch. Die demografische Entwicklung
mache deutlich, dass sich die Büchereien künftig auf
ältere Leser einstellen müssen. Deswegen das Projekt
«55plus».
Mit dem Namen ist Anne Schneider nicht ganz glücklich. Darum
hat sie es umgetauft in Bücher fürs «älter
werden». Die Themenpalette reicht von Gymnastik für
Ältere, gesundem Essen, Schlafstörungen im Alter,
Demenz, PC-Schule für Senioren über die Kunst des
Älterwerdens, Leben und Wohnen oder geistige Fitness im
Alter bis zu provozierenden Titeln wie «Alter Sack, was
nun?».
Die bisherigen Vorschlagslisten sind abgearbeitet. 44 Bücher
und vier DVDs sind angeschafft. Damit sind die 1500 Euro noch
nicht komplett ausgegeben. Deswegen ruft Anne Schneider alle
Lesebegeisterten dazu auf, weitere Anregungen zu geben:
«Was lesen Ältere? Mit welchen Themen
beschäftigen sie sich?» Die Leiterin freut sich
über jede Anregung. Der praktische Nutzen: Wenige Zeit
später stehen die vorgeschlagenen Medien zur Ausleihe im
Regal der Lindenberger Stadtbücherei.
|
| AUS DEM WESTALLGÄU | 08.09.2010 |
| Bremsschläuche durchgeschnitten |
| Polizei - Vier Vorfälle innerhalb von vier Wochen im Gemeindegebiet Heimenkirch |
Die Polizei Lindenberg fahndet nach einem unbekannten Täter, der in der Gemeinde Heimenkirch sein Unwesen treibt. Innerhalb eines Monats wurden dort in vier Fällen die vorderen Bremsschläuche an geparkten Autos durchgeschnitten.
«Das kann kein Zufall sein. Wir gehen davon aus, dass es
jeweils der oder die gleichen Täter sind», sagt Thomas
Burkhart, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion
Lindenberg. Die Tatorte sind quer über das Gemeindegebiet
verstreut - bis nach Wolfertshofen hoch, wo sich der erste
Vorfall ereignet hatte.
Nachdem der oder die unbekannten Täter bereits Mitte und
Ende August zwei Autos beschädigt hatten, schlugen sie am
vergangenen Wochenende gleich doppelt zu: Bei einem in der
Kolpingstraße geparkten Fahrzeug wurden am Sonntag zwischen
13.30 Uhr und 23.50 Uhr insgesamt drei Bremsschläuche
beschädigt. Der zweite Tatort liegt im Ortsteil Meckatz.
Dort wurden zwischen Samstag, 13 Uhr, und Montag, 5 Uhr, zwei
vordere Bremsschläuche eines Autos beschädigt.
In beiden Fällen bemerkten die Besitzer
glücklicherweise noch vor Fahrtantritt, dass mit den Bremsen
etwas nicht in Ordnung ist. Die Polizei hat dafür einen
einfachen Tipp: Vor dem Fahren einfach das Bremspedal
betätigen. Lässt es sich ohne Widerstand
durchdrücken, ist etwas nicht in Ordnung. Um auf Nummer
sicher zu gehen, rät die Polizei den Heimenkircher
Bürgern, ihr Auto nachts immer in eine Garage zu stellen,
falls eine vorhanden ist.
Die Polizei Lindenberg schließt in allen vier Fällen
klar aus, dass die Bremsschläuche von Tieren (z.B. einem
Mader) beschädigt wurden. Dafür seien die Schnitte viel
zu sauber, betont Burkhart. Die Ermittlungen laufen derzeit. Die
Polizei hofft außerdem auf Hinweise aus der
Bevölkerung unter Telefon (08381) 92010. (bes)
|
| AUS DEM WESTALLGÄU | 07.09.2010 |
| Sitzfleisch und gute Betreuer |
| Mountainbike - Westallgäuer trumpfen beim Zehn-Stunden-Rennen in Doren groß auf |
Ein bestens gewartetes Sportgerät, zuverlässige Betreuer und vor allem gutes Sitzfleisch - das alles brauchten die 182 Teilnehmer am 12. Dorener Zehn-Stunden-Mountainbikerennen, das der Vorarlberger SV Doren am vergangenen Wochenende veranstaltet hat. Bei den Mannschaften wurde abwechselnd gefahren. Während ein Fahrer auf dem viereinhalb Kilometer langen Rundkurs mit 90 Höhenmetern unterwegs war (etwa immer zehn Minuten), nutzten die anderen die Fahrpause, um sich zu erholen oder ihr Bike zu warten.
Bei idealem Rennwetter saß bei den Dreier-Teams jeder
Sportler durchschnittlich knapp dreieinhalb Stunden im Sattel,
die Sportler der Viererteams der U19-Wertung kamen auf eine
Stunde weniger. Bei den Einzelfahrern war Sieger Rupert
Palmberger (Team VAUDE-Simplon) satte 10:06:38 Stunden unterwegs
und absolvierte dabei 225,6 Kilometer (47 Runden). Beste Frau war
Susanne Litscher (Team Wheeler IXS) mit einer Fahrzeit von
10:01:01 Stunden und 187,2 gefahrenen Kilometern (39 Runden).
Ganz stark trumpften die Mannschaft aus dem Westallgäu auf.
Für das Team 2-Rad Schubert Allgäu Power
(Niederstaufen) holten in der Mixed-Wertung Andreas Kleiber,
Sabrina Schweizer und Ralph Hoss den Tagessieg in 10:00:30,6
Stunden (52 Runden). Vierter wurden Jutta und Holger Schubert
sowie Olivier LeCourt mit 47 Runden bei 10:00:32,0 Stunden
Fahrzeit.
Die beiden Youngster-Teams von Radsport Greiner (Johannes
Dietrich, Christian und Sebastian Höss, Elias Entrich;
Franziska Katzer, Max Arnold, Dominikus Dietrich, Magnus Grath)
belegten mit 52 und 51 Runden die Plätze 2 und 3 in der
U19-Wertung. In der Teamwertung Herren landeten Roland
Ballerstedt, Ingo Krüger und Sebastian Düweling nach
10:03:34,4 Stunden und 54 Runden auf Platz 2 hinter dem
österreichisch-deutschen Spitzen-Team VAUDE-Simplon (57
Runden). «Das ist ein echtes Top-Ergebnis für uns,
denn die Jungs von VAUDE-Simplon fahren schließlich in
einer ganz anderen Liga», freute sich Teamchef Manfred
Greiner über den zweiten Platz seiner Jungs.
Jutta Schubert von 2-Rad Schubert Allgäu Power sprach von
einer «Punktlandung» ihres Mixed-Teams: «Wer
ein Siegerteam stellt, der fühlt sich immer unheimlich
gut.»
Alle Ergebnisse im Internet:
www.svdoren.at
|
|
| AUS DEM WESTALLGÄU | 07.09.2010 |
| «Beziehung zu Jugendlichen ist das Wichtigste» |
| Interview - Der Verein Jugend im Mittelpunkt kümmert sich um die Jugendarbeit im Landkreis - Vorsitzender Klaus Bilgeri erzählt von seiner Arbeit, den aktuellen Projekten und den Zielen von JiM |
Was will die Jugend und was braucht die Jugend? Der Verein Jugend im Mittelpunkt (JiM) will Jugendliche im Landkreis mit Angeboten unterstützen. Wir haben mit dem Vorsitzenden Klaus Bilgeri über JiM, seine Arbeit, aktuelle Projekte und auch Ziele gesprochen.
Sie arbeiten täglich mit Jugendlichen zusammen. Wie
groß sind die Probleme mit und von der heutigen Jugend?
Klaus Bilgeri: Die Probleme sind nicht groß anders
als früher. Es gibt einige Faktoren, die das Jung sein
schwieriger machen. Das Abgrenzen von den Erwachsenen ist heute
schwerer zu gestalten. Jugendliche haben es heute schwerer sich
ihre eigene Identität aufzubauen. Es gibt weniger
Freiräume, die Gesellschaft zieht engere Grenzen,
Mütter kleiden sich wie die Töchter, wir leben in einer
Spaß-Gesellschaft. Das Leben stellt aber andere
Anforderungen. Kinder werden oft verwöhnt von den Eltern,
sie lassen ihnen viele Spielräume und vermitteln ihnen wenig
Eigenverantwortung für das Gemeinwohl.
Wie kommt hier JiM ins Spiel?
Bilgeri: Wir versuchen eine Beziehung zu den
Jugendlichen aufzubauen. Wir versuchen ein Ansprechpartner
für sie zu sein und sie bei Problemen zu unterstützen.
Als eine Art Streetworker, auch aufsuchende Arbeit genannt,
versuchen wir regelmäßig dort vor Ort zu sein, wo sich
Jugendliche treffen. Etwa auf dem Bolzplatz.
Sie haben JiM damals gegründet, weil ihnen das Angebot an
offener Jugendarbeit zu wenig war - was bieten Sie derzeit an?
Bilgeri: Seit einem guten Jahr betreiben wir den
Jugendtreff Alter Bahnhof in Lindenberg. Außerdem gibt es
einen Jugendtreff in Heimenkirch. Zudem sind wir an verschiedenen
Schulen aktiv.
JiM ist ein gemeinnütziger Verein, der ehrenamtlich
arbeitet. Sie engagieren Sozialpädagogen, die sich gegen
Honorar oder eine feste Anstellung um Projekte kümmern. Wer
sind die Auftraggeber?
Bilgeri: Wir arbeiten oft mit Gemeinden zusammen. So
etwa in Lindenberg und Heimenkirch. Außerdem arbeiten wir
mit der Jugendhilfe Augsburg zusammen oder dem Landkreis.
Von Gemeinden werden Sie auch dann angesprochen, wenn es Probleme
gibt. Ist es so einfach?
Bilgeri: Nein, denn wir müssen erst eine Beziehung
zu den Jugendlichen aufbauen. Nur so haben wir auch die
Möglichkeit ihnen Grenzen zu setzen. Das dauert seine Zeit.
Die Gemeinden glauben oft, dass sich Probleme in Luft
auflösen, sobald ein Sozialpädagoge da ist.
In Hergensweiler hat ein Jugendtreff nicht funktioniert - in
Heimenkirch wird er laut Ihnen gut angenommen. Woran liegt das?
Bilgeri: Gibt es in einer Gemeinde für die
Jugendlichen viele Angeboten, die von ihnen auch genutzt werden,
kann es sein, dass ein Jugendtreff nicht gebraucht wird.
In Heimenkirch kommen zwar regelmäßig Jugendliche -
einen festen Raum haben Sie seit das Gebäude abgerissen
wurde nicht mehr. Soll sich das wieder ändern?
Bilgeri: Die Jugendlichen haben den alten Raum nicht
genutzt, da er sowieso bald abgerissen werden sollte. Wollen sie
nun einen neuen Raum, müssen sie auf die Gemeinde zugehen.
Derzeit treffen sich rund 30 Jugendliche regelmäßig
auf dem Bolzplatz.
Obwohl der Treff funktioniert, glauben Sie, Räumlichkeiten
für die Jugendlichen seien wichtig. Warum?
Bilgeri: Wenn ich mich mit den Jugendlichen am Bolzplatz
treffe, bin ich dort Gast. Die Jugendlichen bestimmen, was
gemacht wird. Gibt es Räumlichkeiten, kann ich als
Sozialpädagoge mehr gestalten.
Ihr größtes Projekt derzeit ist sicher der Jugendtreff
in Lindenberg. Wie viele Jugendliche treffen sich dort?
Bilgeri: Es sind zwischen 30 und 50.
Anfangs gab es ein paar Startschwierigkeiten...
Bilgeri: Ja, das stimmt. Das war aber auch ein
personelles Problem. Inzwischen läuft es richtig gut.
Auf ihrer Internetseite steht Sie suchen Mitarbeiter...
Klaus Bilgeri: Ja, wir suchen immer wieder
Sozialpädagogen auf Honorarbasis. Derzeit unter anderem
jemanden, der sich um den Jugendtreff in Heimenkirch
kümmert.
Den Verein JiM gibt es seit sechs Jahren. Trotzdem hat er nur 15
Mitglieder. Was glauben Sie, woran liegt das?
Bilgeri: Wir haben das Thema Werbung und
Öffentlichkeitsarbeit in den vergangenen Jahren sehr
stiefmütterlich behandelt.
Was hat JiM für Zukunftspläne?
Bilgeri: Ich würde gerne das außerbetreute
Wohnen weiter ausbauen und auch die aufsuchende Arbeit. Wenn ich
als Streetworker vor Ort bin, bekomme ich auch mit, ob und welche
Probleme die Jugendlichen haben - und kann so helfen.
Interview: Anna Feßler
|
|
| AUS DEM WESTALLGÄU | 07.09.2010 |
| «Besonders guten Draht nach oben» |
| Pfarreiengemeinschaft - Pfarrer Johann Mair ist künftig für Stiefenhofen, Grünenbach und Ebratshofen zuständig |
«Sie müssen einen besonders guten Draht nach oben haben» - das hörte Johann Mair erst kürzlich von einem Krankenhaus-Mitarbeiter. Da hatte er einen Schlaganfall überstanden. Und da er auch bereits zwei Lungenembolien er- und überlebt hat, widersprach der neue Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Stiefenhofen dieser Einschätzung nicht.
Das Berichten von seinen gesundheitlichen Problemen der
Vergangenheit passt so gar nicht zum Eindruck, den der neue
Pfarrer gleich bei der ersten Begegnung macht: Da trägt er
Umzugskartons - wohlwissend, dass er sie nur in ein Provisorium
stellt. Denn sein erstes Zuhause im Westallgäu - den
Pfarrhof in Grünenbach - wird er wohl nur bis zum Jahresende
bewohnen. Bis dahin soll das neue Zuhause seines Vorgängers
Herbert Mader, die Wohnanlage «Sonne» in
Stiefenhofen, bezugsfertig und der Pfarrhof renoviert sein.
Geboren und aufgewachsen ist der katholische Geistliche im Dorf
Edelshausen, das heute zu Schrobenhausen in Altbayern
gehört. Dort hat er 1977 auch seine Primiz gefeiert.
Zwei Kaplanstellen hatte er anschließend inne, bevor er von
1982 bis 1988 als Jugendpfarrer in der Region Donau-Ries
arbeitete und nebenbei eine kleine Gemeinde betreute. Dann
wechselte er in den Kreis Dillingen und war für fünf
Pfarreien zuständig, bevor er 2001 nach Memmingen kam.
«Jede Zeit war schön und wertvoll», stellt er
rückblickend fest.
Aber seinen Grundsätzen «Wenn es am schönsten
ist, muss man gehen» und «Ich wollte nie länger
als zehn Jahre bleiben» ist er treu geblieben. Zehn Stellen
waren offen, er bewarb sich für Stiefenhofen und wurde
berufen.
Einen Bezug zum Westallgäu hatte er bis dahin nicht und
wurde bei der ersten Fahrt hierher positiv überrascht:
«Ich erwartete ein neues Zuhause nahe dem Bodensee».
Mair liebt den Schnee und freut sich auf seinen ersten Winter in
der Region. Auf Anraten seines Vorgängers hat er sich
allerdings ein neues Auto bestellt - mit Allrad.
Ein offener Mensch ist der neue Pfarrer, der im Gespräch
manches von sich preisgibt. Er «outet» sich als Fan
des FC Bayern München und der Blasmusik: «Sie beruhigt
mich». Er beschreibt sich selbst als gutmütig,
«aber wenn ich mich ausgenutzt fühle, dann werde ich
zur Furie». Er liebe Wahrheit und Gerechtigkeit und
beschreibt es selbst als «Glücksfall, dass mein
Vorgänger hier bleibt und mich unterstützen
wird». Am Herzen liegt ihm die Kinder- und Jugendarbeit.
So wird er auch in Stiefenhofen und Grünenbach die
Kommunionkinder unterrichten. Seinen Dienst aufgenommen hat
Johann Mair bereits. Die offizielle Einführung erfolgt am 7.
November im Gottesdienst in Stiefenhofen. (owi)
|
|
| AUS DEM WESTALLGÄU | 07.09.2010 |
| Schnelles Internet auf dem Land |
| Kommunikation - Vodafone will mit neuer Funktechnik Scheidegg, Oberreute, Hergatz und Hergensweiler erschließen |
Vodafone Deutschland will mehrere Westallgäuer Gemeinden mit schnellem Internet versorgen. Als eine der ersten von zunächst mehreren 100 bundesweiten Standorten erschließt das Unternehmen Scheidegg, Oberreute, Hergensweiler und Hergatz mit der neuen LTE-Mobilfunktechnik. Ab Dezember sollen mehrere 1000 Haushalte schnell durchs Internet surfen können, teilt Vodafone mit. Grundsätzlich begrüßt wird das Vorhaben auch von der West. Die Wirtschafts- und Entwicklungsleitstelle kümmert sich für die Gemeinden um die Versorgung mit schnellem Internet.
Vodafone hat bei der Frequenz-auktion der Bundesnetzagentur Ende
Mai in großem Umfang neue Funkfrequenzen ersteigert, um das
schnelle Internet zu verwirklichen. Das Unternehmen investierte
nach eigenen Angaben insgesamt 1,43 Milliarden Euro in die
Ersteigerung.
Die «Long Term Evolution-Technik» (LTE)
ermöglicht je nach Standort
Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s. Das ist
ein Vielfaches der bislang erreichten Leistung. Techniker werden
in den kommenden Wochen die Sendeanlagen umrüsten, teilt
Vodafone mit. Für den Anschluss an das moderne Mobilfunknetz
müssten nur «einige Antennen ausgetauscht»
werden. «Die Veränderungen sind für den Laien
kaum zu erkennen», sagt Dieter Vogelhuber, Vodafone
Regionalleiter Süd.
Da die Breitbandverbindung drahtlos hergestellt wird,
erübrigen sich aufwändige und teure Erdarbeiten zur
Kabelverlegung. Auch der komplizierte Zugang über das
Kupferkabel bis zum Haus, die sogenannte letzte Meile,
entfällt. «Das mobile Internet ist ebenso schnell,
sicher und leistungsstark wie ein Festnetzanschluss»,
versichert Vogelhuber.
Es gibt aber noch einige Unklarheiten. Zum einen sind noch keine
Preise bekannt, zum anderen fehlt es derzeit auch noch an
entsprechenden Geräten, die die Funksignale empfangen
können. Sie sollen nach Einschätzung von Vodafone aber
bis Dezember im Handel verfügbar sein. Schon Ende September
wird nach Angaben von Vodafone in Scheidegg mit dem Ausbau des
neuen Mobilfunknetzes begonnen. Bis Ende März des kommenden
Jahres sollen bundesweit 1500 Orte mit der neuen Breitbandtechnik
ausgestattet sein.
Vom flächendeckenden Internet profitieren vor allem die
Menschen im bislang unterversorgten ländlichen Raum. Ziel
sei es, Land und Stadt in gleicher Qualität zu versorgen, so
Vogelhuber. (pem)
|
| AUS DEM WESTALLGÄU | 06.09.2010 |
| Ausgleich in der Nachspielzeit |
| Landesliga - FV Rot-Weiß Weiler macht aus 1:4-Rückstand ein 4:4 |
Wie auch schon in der vergangenen Spielzeit können sich Fußballfreunde freuen, wenn sie das Raiffeisenbank-Stadion in Weiler besuchen, denn Spiele des FV Rot-Weiß Weiler garantieren meist eine Vielzahl an Toren. So hieß es auch am Samstag nach mehr als 90 Minuten zwischen der Heimelf und dem Aufsteiger TSV Frommern 4:4 (0:2). Dabei konnten die Rot-Weißen einen Rückstand von 1:4 noch in ein Unentschieden retten.
Die Gastgeber starteten stark in diese Landesligapartie und
erspielten sich in der ersten halben Stunde ein Chancenplus.
Einzig ein Treffer wollte nicht gelingen. Das machte den Gegner
stärker, und so kam auch Frommern vors Tor. So musste Tobias
Schuhwerk in der 27. Spielminute zweimal im Fünfmeterraum
retten. Dennoch fiel eine Minute später der
Führungstreffer für den TSV, und auch das 0:2
ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem langen Einwurf
konnte die Weilerer Abwehr nicht klären und Joso Zupan
köpfte ein (34.). Danach verlor der FVW die Ordnung. Das
Spiel wurde auf den Kopf gestellt. Kurz vor der Halbzeit hatte
allerdings der 18-jährige Matthias Stadelmann noch die
Möglichkeit zum Anschlusstreffer, doch es blieb bei einem
0:2-Rückstand zur Pause.
Nach dem Seitenwechsel dann das 1:2 für den FVW. Der Ball
landete nach einem abgefälschten Freistoß von
Stadelmann hinter der Linie (49.). Doch der Auftrieb währte
nicht lange, denn dem TSV Frommern gelang das 3:1. Nachdem die
Gastgeber danach weitere Chancen wieder nicht nutzten, fiel sogar
das 4:1 nach einem direkten Freistoß aus etwa 25 Metern
(62.). «Ab da haben wir alles nach vorn geworfen»,
sagte FVW-Trainer Werner Tangl. Und das wurde belohnt. Erst traf
Stürmer Rene Cientanni per Kopf (73.), ehe Tobias Schuhwerk
einschoss (83.) und Dominic Snelinski mit seinem ersten
Landesligatreffer den 4:4-Endstand sicherte (90.+3). «Die
Moral der Mannschaft wurde schlussendlich mit einem
glücklichen Punkt belohnt», so Tangl. (cab)
|
|
|
|
|
 |
 |
|
 |
|