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spacer Mittwoch, 08. September 2010 DIE TAGESZEITUNG FÜR DAS WESTLICHE ALLGÄU | GEGRÜNDET 1852   spacer
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AUS DEM WESTALLGÄU08.09.2010
Gutachten soll Klarheit bringen
Salzstadel - Fundament senkt sich ab - Mauern zeigen Ausbauchungen und Risse - Zwei Gegenstimmen im Gemeinderat Hergatz

Ein Baugrundgutachten soll Aufschluss über Schäden am Wohmbrechtser Salzstadel bringen und auflisten, wo dringender Handlungsbedarf besteht. Der Hergatzer Gemeinderat hat bei zwei Gegenstimmen beschlossen, dass die Gemeinde sich mit 3500 Euro an der Finanzierung des Gutachtens beteiligt. 3000 Euro Zuschuss gibt es vom Staatlichen Denkmalschutzamt, 1000 Euro legt der Heimatverein drauf.

Vorausgegangen war ein Ortstermin bei dem denkmalgeschützten Gebäude. Jan Schubert vom Ingenieurbüro Schütz in Kempten erläuterte die sichtbaren Veränderungen seit dem 2006 erstellten Standsicherungsgutachten, das der Heimatverein in Auftrag gegeben hatte.

Extreme Absenkungen

Auf der Stadel-Nordseite baucht ein Teil der Mauer stark aus, gepaart mit Rissen und Einsenkungen. Eine Besonderheit seien die Querhölzer unter den Steinen, sagte Schubert. In diesem Bereich mit sehr tonigem und wasserhaltigem Boden gebe es «extreme Absenkungen». Die äußere Schale der zweischalig aufgezogenen Mauer driftet dadurch nach außen ab. Balkenköpfe an den Deckenbalken fehlen, sind zurückgefault oder zurückgeschnitten.

Mauer kann erhalten werden

Ratsmitglied Karl Schmid wollte wissen, ob die Wand weg müsse. Sie könne erhalten werden, beruhigte Schubert. Die Mauerschalen ließen sich mit Nadelankern gegeneinander ziehen und der Zwischenraum mit flüssigem Mörtel verpressen. Aber es brauche eben eine Bestandsaufnahme, um notwendige Maßnahmen auch zur Baugrundverbesserung festzulegen.

Im Innern des Salzstadels fehlen zwei Stützen für die Deckenbalken, für die nur unzureichende Ersatzmaßnahmen (Unterzüge) getroffen wurden. «Die Lasten werden ungleichmäßig weitergeleitet. Die übrigen Stützen sind überbelastet», stellte Schubert fest.

Risse zeigen sich an der Westgiebelwand, die irgendwann erneuert und nach innen gezogen wurde. Sie steht dadurch nicht mehr vollständig auf dem bestehenden Mauerwerk. Da bedürfe es unter Umständen einer Nachgründung von innen, erklärte der Statiker.

Nutzungskonzept seit 2003

Edgar Raab, Vorsitzender des Heimatvereins, ging auf die in der letzten Gemeinderatssitzung vorgebrachten Einwände ein, vor einem Gutachten brauche es erst mal ein Nutzungskonzept für den Salzstadel. Ein solches Konzept gebe es schon lange und diesem habe der Hergatzer Gemeinderat bereits 2003 zugestimmt, so Raab.

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AUS DEM WESTALLGÄU08.09.2010
Auf der Spur der Jakobsmuschel
Kinderbibelwoche - Entdecken und Staunen in Scheidegg und Umgebung

«Wer von euch wäre heute morgen am liebsten im Bett geblieben?», fragt Pfarrerin Ingrid Ossig aus Scheidegg in die Runde der Kinder und erntet jede Menge Seufzer. Das Wetter meint es nicht besonders gut mit den fast 20 kleinen «Pilgern»: am Himmel lauter graue Wolken und feiner Nieselregen. Trotzdem macht sich die Gruppe auf den Weg.

Jeden Tag führt dieser auf einem anderen kleinen Stück des Westallgäuer Jakobswegs entlang - ein Abschnitt im großen Netz der Routen, die zum Anfang des ursprünglichen «Camino» in Le Puy (Frankreich) führen. Die Kinderbibelwoche will den Jakobsweg mit dem bewussten Entdecken der Schöpfung verbinden.

Heute, am zweiten Tag, wird von Bremenried aus an einen Grillplatz an der Rothach gelaufen. Schon auf dem Weg wird gesungen, in Pfützen gehüpft und laut gelacht. Helferin Renate Bernstein (Scheidegg) ist begeistert: «Die Kinder sind alle mit Feuereifer dabei.» Und auch Initiatorin Ossig ist bisher sehr zufrieden mit ihrem Projekt. Es sei heutzutage schwierig, Kinder neben Sport, Freizeitaktivitäten und Schule für etwas im Rahmen des Glaubens zu gewinnen, berichtet sie. «Ein zeitlich begrenztes Projekt wie unseres ist auch für die Familien leichter zu managen.»

Am Grillplatz angekommen, erinnern sich die Kinder an den «echten» Pilger, den sie am Montag unterwegs getroffen haben. «Der hat eine große Muschel dabei gehabt und gebetet», erzählt die fünfjährige Anne aus Scheidegg. Stolz zeigen einige der Kinder die kleine Jakobsmuschel aus Ton, die auch sie am Rucksack oder um den Hals baumeln haben. Gemeinsam wiederholen dann alle noch einmal die Legende des heiligen Jakobus, dessen Grab im spanischen Santiago de Compostela das Ziel für jährlich fast 150000 offiziell registrierte Pilger darstellt. Als Pfarrerin Ossig ein Bild der opulenten Kathedrale von Santiago zeigt, sieht man ringsum nur staunende Gesichter.

Licht und Feuer als Thema

Aber wie haben die Pilger früher dorthin gefunden? Der siebenjährige Noah aus Scheidegg weiß: «Sie haben sich von der Sonne leiten lassen.» Weil Licht und Feuer so wichtige Hilfsmittel auf dem Weg darstellen, bilden sie das Thema des zweiten Tages. Gemeinsam mit der ehrenamtlichen Helferin Kathrin Horn tragen die Kinder zusammen, was sie von der Sonne wissen und stellen spielerisch die Planeten dar.

Und dann beginnt vor allem für die Buben der spannendste Teil des Vormittags - Feuer machen. Da wird ganz eifrig Holz zusammengetragen, während die besten Methoden zum Anzünden diskutiert und ausprobiert werden. Der neunjährige Hendrik aus Sulzberg erklärt stolz: «Beim Zelten habe ich schon oft ein Feuer gemacht.

» Wie er packen fast alle Kinder mit an und zeigen, dass hier gar keine Hilfe von den Erwachsenen nötig ist, um ein gemütliches Lagerfeuer zu entfachen. In der heißen Glut gibt es dann für jeden knuspriges Stockbrot, das die Gruppe bei Liedern und Gebeten genießt. Zum Schluss dürfen die Kinder jeden Tag einen Teil eines eigenen Holzbretts gestalten, auf dem sie mit Ölkreiden und anderen Materialien wie Sand den Jakobsweg und die vier Elemente darstellen.

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AUS DEM WESTALLGÄU08.09.2010
Alte Klassiker und moderne Streifen
Kinoclub Filmriss - Rund 15 Filmbegeisterte treffen sich seit Kurzem regelmäßig, um ein etwas anderes Kino-Programm zusammenzustellen - Am 9. September läuft der erste Film

Sie alle haben eines gemeinsam: Sie alle lieben Filme. Manchen gefallen alte Klassiker besser, andere schauen sich am liebsten deutsche Filme an. Eben Filme, die normalerweise nicht in den Kinos laufen. Seit Kurzem treffen sich in Lindenberg regelmäßig Filmbegeisterte im Kinoclub Filmriss um ein etwas anderes Kino-Programm zusammenzustellen.

«Ich habe in meinem Freundes- und Bekanntenkreis immer wieder gehört, dass gerade so etwas in Lindenberg fehlt», sagt Kathrin Felle, die Leiterin des Kultur- und Gästeamts in Lindenberg. So hat sie einen Aufruf gestartet und zum ersten Treffen Anfang Mai haben sich dann rund 15 Menschen mit einem Faible für Film getroffen. Und damit war der Kinoclub Filmriss gegründet. «Mitmachen kann jeder, egal ob aus Lindenberg oder Umgebung», sagt Felle.

Mit dabei ist auch Anne Schneider, die Leiterin der Lindenberger Stadtbibliothek. Sie selbst beschreibt sich als ganz eifrigen Kinogänger. «Mir gefallen vor allem außergewöhnliche Filme, doch die kommen in Lindenberg nicht zum Zug», erzählt sie von ihrer Motivation beim Kinoclub mitzumachen. Für das aktuelle Programm des Kinoclubs hat sie den Film «Vitus» vorgeschlagen.

«Er ist sehr witzig und einfach aus dem Leben gegriffen», beschreibt sie den Schweizer Streifen mit Bruno Ganz in der Hauptrolle. Jeder hat für das Kinoprogramm drei Filmvorschläge mitgebracht. «Diese mussten dann gegen die anderen verteidigt werden», erzählt Felle schmunzelnd.

Die acht Filme, die sich schließlich durchgesetzt haben, hat Clubmitglied Verena Stephan auf Flyer gedruckt. Die freiberufliche Grafikerin hat als Motiv einen alten Abriss-Kinoschein gewählt. «Bei einem Treffen ist die Idee entstanden», erzählt sie. 5000 Flyer vom Kinoclub gibt es.

Bestimmt 30 Jahre ist es her, dass er sich einen Film im Kino angesehen hat: Doch nun macht Dr. Dieter Zahn beim Kinoclub mit und will wieder öfters Filme auf der Leinwand ansehen. «Ich bin ein absoluter Klassikfan», sagt er von sich selbst. Und so kommt es, dass er außer seinem eigenem Vorschlag, «Manche mögens heiß», keinen einzigen Film auf dem Programm des Kinoclubs kennt. «Aber ich werde sie mir alle anschauen», nimmt sich der Kinderarzt vor.

Fragt man Renate Berger nach ihren Lieblingsfilmen, kommt die 45-Jährige regelrecht ins Schwärmen. Sie nennt einen Titel nach dem anderen, sie weiß, wer die Hauptrolle spielt oder ob und welche Auszeichnung der Streifen bekommen hat. Auch sie hat ein Faible für Klassiker. «Ganz toll finde ich zum Beispiel den Film ,Il Gattopardo, in Deutsch: der Leopard», erzählt sie mit leuchtenden Augen.

«Mein Hobby ist das Lesen von Buch- und Filmkritiken», sagt Viola Heller-Unold von sich selbst. Zwei Seiten handbeschrieben mit Filmen, die sie «unbedingt einmal anschauen will», liegen bei ihr zu Hause. «Die meisten davon laufen nicht bei uns in den Kinos», bedauert sie. Gerade sozialkritische Filme sieht sie sich gerne an. «Ich habe unter anderem ,Harold and Maude vorgeschlagen», sagt die Erzieherin. Ihr Film wird in einer Doppelvorstellung als zweiter Film zur Eröffnung der Kulturtage im Kesselhaus am morgigen Donnerstag gezeigt. Insgesamt acht Filme zeigt der Kinoclub Filmriss in seinem ersten Programm. Alle Filme werden im neuen Krone Kino in Lindenberg gezeigt.

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AUS DEM WESTALLGÄU08.09.2010
Was lesen die Älteren?
Stadtbücherei - Leiterin Anne Schneider sammelt Vorschläge für den Kauf von Büchern und DVDs für das Projekt «55plus»

Die Bücher tragen einen kleinen Aufkleber auf dem schmalen Rücken: «Älter werden» hat Anne Schneider, die Leiterin der Stadtbücherei, darauf geschrieben. Die Buchserie gehört zum Projekt «55plus», das gleich neben der Bücherabgabe ein ganzes Regal füllt. Wenn heuer für 1500 Euro Bücher und DVDs zu diesem Thema angeschafft werden, gibt es dazu 600 Euro Zuschuss vom Freistaat.

Immer neue Ideen

Von den Fortbildungen der Landesfachstelle für öffentliche Büchereien bringt Anne Schneider alle Jahre Ideen für neue Projekte mit. Etliche Jahre stand vor allem die Leseförderung für Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt. «Das Thema ist erschöpft», sagt die Chefin im Pressegespräch. Die demografische Entwicklung mache deutlich, dass sich die Büchereien künftig auf ältere Leser einstellen müssen. Deswegen das Projekt «55plus».

Mit dem Namen ist Anne Schneider nicht ganz glücklich. Darum hat sie es umgetauft in Bücher fürs «älter werden». Die Themenpalette reicht von Gymnastik für Ältere, gesundem Essen, Schlafstörungen im Alter, Demenz, PC-Schule für Senioren über die Kunst des Älterwerdens, Leben und Wohnen oder geistige Fitness im Alter bis zu provozierenden Titeln wie «Alter Sack, was nun?».

Die bisherigen Vorschlagslisten sind abgearbeitet. 44 Bücher und vier DVDs sind angeschafft. Damit sind die 1500 Euro noch nicht komplett ausgegeben. Deswegen ruft Anne Schneider alle Lesebegeisterten dazu auf, weitere Anregungen zu geben: «Was lesen Ältere? Mit welchen Themen beschäftigen sie sich?» Die Leiterin freut sich über jede Anregung. Der praktische Nutzen: Wenige Zeit später stehen die vorgeschlagenen Medien zur Ausleihe im Regal der Lindenberger Stadtbücherei.

AUS DEM WESTALLGÄU08.09.2010
Bremsschläuche durchgeschnitten
Polizei - Vier Vorfälle innerhalb von vier Wochen im Gemeindegebiet Heimenkirch

Die Polizei Lindenberg fahndet nach einem unbekannten Täter, der in der Gemeinde Heimenkirch sein Unwesen treibt. Innerhalb eines Monats wurden dort in vier Fällen die vorderen Bremsschläuche an geparkten Autos durchgeschnitten.

«Das kann kein Zufall sein. Wir gehen davon aus, dass es jeweils der oder die gleichen Täter sind», sagt Thomas Burkhart, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Lindenberg. Die Tatorte sind quer über das Gemeindegebiet verstreut - bis nach Wolfertshofen hoch, wo sich der erste Vorfall ereignet hatte.

Nachdem der oder die unbekannten Täter bereits Mitte und Ende August zwei Autos beschädigt hatten, schlugen sie am vergangenen Wochenende gleich doppelt zu: Bei einem in der Kolpingstraße geparkten Fahrzeug wurden am Sonntag zwischen 13.30 Uhr und 23.50 Uhr insgesamt drei Bremsschläuche beschädigt. Der zweite Tatort liegt im Ortsteil Meckatz. Dort wurden zwischen Samstag, 13 Uhr, und Montag, 5 Uhr, zwei vordere Bremsschläuche eines Autos beschädigt.

In beiden Fällen bemerkten die Besitzer glücklicherweise noch vor Fahrtantritt, dass mit den Bremsen etwas nicht in Ordnung ist. Die Polizei hat dafür einen einfachen Tipp: Vor dem Fahren einfach das Bremspedal betätigen. Lässt es sich ohne Widerstand durchdrücken, ist etwas nicht in Ordnung. Um auf Nummer sicher zu gehen, rät die Polizei den Heimenkircher Bürgern, ihr Auto nachts immer in eine Garage zu stellen, falls eine vorhanden ist.

Die Polizei Lindenberg schließt in allen vier Fällen klar aus, dass die Bremsschläuche von Tieren (z.B. einem Mader) beschädigt wurden. Dafür seien die Schnitte viel zu sauber, betont Burkhart. Die Ermittlungen laufen derzeit. Die Polizei hofft außerdem auf Hinweise aus der Bevölkerung unter Telefon (08381) 92010. (bes)

AUS DEM WESTALLGÄU07.09.2010
Sitzfleisch und gute Betreuer
Mountainbike - Westallgäuer trumpfen beim Zehn-Stunden-Rennen in Doren groß auf

Ein bestens gewartetes Sportgerät, zuverlässige Betreuer und vor allem gutes Sitzfleisch - das alles brauchten die 182 Teilnehmer am 12. Dorener Zehn-Stunden-Mountainbikerennen, das der Vorarlberger SV Doren am vergangenen Wochenende veranstaltet hat. Bei den Mannschaften wurde abwechselnd gefahren. Während ein Fahrer auf dem viereinhalb Kilometer langen Rundkurs mit 90 Höhenmetern unterwegs war (etwa immer zehn Minuten), nutzten die anderen die Fahrpause, um sich zu erholen oder ihr Bike zu warten.

Bei idealem Rennwetter saß bei den Dreier-Teams jeder Sportler durchschnittlich knapp dreieinhalb Stunden im Sattel, die Sportler der Viererteams der U19-Wertung kamen auf eine Stunde weniger. Bei den Einzelfahrern war Sieger Rupert Palmberger (Team VAUDE-Simplon) satte 10:06:38 Stunden unterwegs und absolvierte dabei 225,6 Kilometer (47 Runden). Beste Frau war Susanne Litscher (Team Wheeler IXS) mit einer Fahrzeit von 10:01:01 Stunden und 187,2 gefahrenen Kilometern (39 Runden).

Ganz stark trumpften die Mannschaft aus dem Westallgäu auf. Für das Team 2-Rad Schubert Allgäu Power (Niederstaufen) holten in der Mixed-Wertung Andreas Kleiber, Sabrina Schweizer und Ralph Hoss den Tagessieg in 10:00:30,6 Stunden (52 Runden). Vierter wurden Jutta und Holger Schubert sowie Olivier LeCourt mit 47 Runden bei 10:00:32,0 Stunden Fahrzeit.

Die beiden Youngster-Teams von Radsport Greiner (Johannes Dietrich, Christian und Sebastian Höss, Elias Entrich; Franziska Katzer, Max Arnold, Dominikus Dietrich, Magnus Grath) belegten mit 52 und 51 Runden die Plätze 2 und 3 in der U19-Wertung. In der Teamwertung Herren landeten Roland Ballerstedt, Ingo Krüger und Sebastian Düweling nach 10:03:34,4 Stunden und 54 Runden auf Platz 2 hinter dem österreichisch-deutschen Spitzen-Team VAUDE-Simplon (57 Runden). «Das ist ein echtes Top-Ergebnis für uns, denn die Jungs von VAUDE-Simplon fahren schließlich in einer ganz anderen Liga», freute sich Teamchef Manfred Greiner über den zweiten Platz seiner Jungs.

Jutta Schubert von 2-Rad Schubert Allgäu Power sprach von einer «Punktlandung» ihres Mixed-Teams: «Wer ein Siegerteam stellt, der fühlt sich immer unheimlich gut.»

Alle Ergebnisse im Internet:

www.svdoren.at

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AUS DEM WESTALLGÄU07.09.2010
«Beziehung zu Jugendlichen ist das Wichtigste»
Interview - Der Verein Jugend im Mittelpunkt kümmert sich um die Jugendarbeit im Landkreis - Vorsitzender Klaus Bilgeri erzählt von seiner Arbeit, den aktuellen Projekten und den Zielen von JiM

Was will die Jugend und was braucht die Jugend? Der Verein Jugend im Mittelpunkt (JiM) will Jugendliche im Landkreis mit Angeboten unterstützen. Wir haben mit dem Vorsitzenden Klaus Bilgeri über JiM, seine Arbeit, aktuelle Projekte und auch Ziele gesprochen.

Sie arbeiten täglich mit Jugendlichen zusammen. Wie groß sind die Probleme mit und von der heutigen Jugend?

Klaus Bilgeri: Die Probleme sind nicht groß anders als früher. Es gibt einige Faktoren, die das Jung sein schwieriger machen. Das Abgrenzen von den Erwachsenen ist heute schwerer zu gestalten. Jugendliche haben es heute schwerer sich ihre eigene Identität aufzubauen. Es gibt weniger Freiräume, die Gesellschaft zieht engere Grenzen, Mütter kleiden sich wie die Töchter, wir leben in einer Spaß-Gesellschaft. Das Leben stellt aber andere Anforderungen. Kinder werden oft verwöhnt von den Eltern, sie lassen ihnen viele Spielräume und vermitteln ihnen wenig Eigenverantwortung für das Gemeinwohl.

Wie kommt hier JiM ins Spiel?

Bilgeri: Wir versuchen eine Beziehung zu den Jugendlichen aufzubauen. Wir versuchen ein Ansprechpartner für sie zu sein und sie bei Problemen zu unterstützen. Als eine Art Streetworker, auch aufsuchende Arbeit genannt, versuchen wir regelmäßig dort vor Ort zu sein, wo sich Jugendliche treffen. Etwa auf dem Bolzplatz.

Sie haben JiM damals gegründet, weil ihnen das Angebot an offener Jugendarbeit zu wenig war - was bieten Sie derzeit an?

Bilgeri: Seit einem guten Jahr betreiben wir den Jugendtreff Alter Bahnhof in Lindenberg. Außerdem gibt es einen Jugendtreff in Heimenkirch. Zudem sind wir an verschiedenen Schulen aktiv.

JiM ist ein gemeinnütziger Verein, der ehrenamtlich arbeitet. Sie engagieren Sozialpädagogen, die sich gegen Honorar oder eine feste Anstellung um Projekte kümmern. Wer sind die Auftraggeber?

Bilgeri: Wir arbeiten oft mit Gemeinden zusammen. So etwa in Lindenberg und Heimenkirch. Außerdem arbeiten wir mit der Jugendhilfe Augsburg zusammen oder dem Landkreis.

Von Gemeinden werden Sie auch dann angesprochen, wenn es Probleme gibt. Ist es so einfach?

Bilgeri: Nein, denn wir müssen erst eine Beziehung zu den Jugendlichen aufbauen. Nur so haben wir auch die Möglichkeit ihnen Grenzen zu setzen. Das dauert seine Zeit. Die Gemeinden glauben oft, dass sich Probleme in Luft auflösen, sobald ein Sozialpädagoge da ist.

In Hergensweiler hat ein Jugendtreff nicht funktioniert - in Heimenkirch wird er laut Ihnen gut angenommen. Woran liegt das?

Bilgeri: Gibt es in einer Gemeinde für die Jugendlichen viele Angeboten, die von ihnen auch genutzt werden, kann es sein, dass ein Jugendtreff nicht gebraucht wird.

In Heimenkirch kommen zwar regelmäßig Jugendliche - einen festen Raum haben Sie seit das Gebäude abgerissen wurde nicht mehr. Soll sich das wieder ändern?

Bilgeri: Die Jugendlichen haben den alten Raum nicht genutzt, da er sowieso bald abgerissen werden sollte. Wollen sie nun einen neuen Raum, müssen sie auf die Gemeinde zugehen. Derzeit treffen sich rund 30 Jugendliche regelmäßig auf dem Bolzplatz.

Obwohl der Treff funktioniert, glauben Sie, Räumlichkeiten für die Jugendlichen seien wichtig. Warum?

Bilgeri: Wenn ich mich mit den Jugendlichen am Bolzplatz treffe, bin ich dort Gast. Die Jugendlichen bestimmen, was gemacht wird. Gibt es Räumlichkeiten, kann ich als Sozialpädagoge mehr gestalten.

Ihr größtes Projekt derzeit ist sicher der Jugendtreff in Lindenberg. Wie viele Jugendliche treffen sich dort?

Bilgeri: Es sind zwischen 30 und 50.

Anfangs gab es ein paar Startschwierigkeiten...

Bilgeri: Ja, das stimmt. Das war aber auch ein personelles Problem. Inzwischen läuft es richtig gut.

Auf ihrer Internetseite steht Sie suchen Mitarbeiter...

Klaus Bilgeri: Ja, wir suchen immer wieder Sozialpädagogen auf Honorarbasis. Derzeit unter anderem jemanden, der sich um den Jugendtreff in Heimenkirch kümmert.

Den Verein JiM gibt es seit sechs Jahren. Trotzdem hat er nur 15 Mitglieder. Was glauben Sie, woran liegt das?

Bilgeri: Wir haben das Thema Werbung und Öffentlichkeitsarbeit in den vergangenen Jahren sehr stiefmütterlich behandelt.

Was hat JiM für Zukunftspläne?

Bilgeri: Ich würde gerne das außerbetreute Wohnen weiter ausbauen und auch die aufsuchende Arbeit. Wenn ich als Streetworker vor Ort bin, bekomme ich auch mit, ob und welche Probleme die Jugendlichen haben - und kann so helfen.

Interview: Anna Feßler


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AUS DEM WESTALLGÄU07.09.2010
«Besonders guten Draht nach oben»
Pfarreiengemeinschaft - Pfarrer Johann Mair ist künftig für Stiefenhofen, Grünenbach und Ebratshofen zuständig

«Sie müssen einen besonders guten Draht nach oben haben» - das hörte Johann Mair erst kürzlich von einem Krankenhaus-Mitarbeiter. Da hatte er einen Schlaganfall überstanden. Und da er auch bereits zwei Lungenembolien er- und überlebt hat, widersprach der neue Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Stiefenhofen dieser Einschätzung nicht.

Das Berichten von seinen gesundheitlichen Problemen der Vergangenheit passt so gar nicht zum Eindruck, den der neue Pfarrer gleich bei der ersten Begegnung macht: Da trägt er Umzugskartons - wohlwissend, dass er sie nur in ein Provisorium stellt. Denn sein erstes Zuhause im Westallgäu - den Pfarrhof in Grünenbach - wird er wohl nur bis zum Jahresende bewohnen. Bis dahin soll das neue Zuhause seines Vorgängers Herbert Mader, die Wohnanlage «Sonne» in Stiefenhofen, bezugsfertig und der Pfarrhof renoviert sein. Geboren und aufgewachsen ist der katholische Geistliche im Dorf Edelshausen, das heute zu Schrobenhausen in Altbayern gehört. Dort hat er 1977 auch seine Primiz gefeiert.

Zwei Kaplanstellen hatte er anschließend inne, bevor er von 1982 bis 1988 als Jugendpfarrer in der Region Donau-Ries arbeitete und nebenbei eine kleine Gemeinde betreute. Dann wechselte er in den Kreis Dillingen und war für fünf Pfarreien zuständig, bevor er 2001 nach Memmingen kam. «Jede Zeit war schön und wertvoll», stellt er rückblickend fest.

Aber seinen Grundsätzen «Wenn es am schönsten ist, muss man gehen» und «Ich wollte nie länger als zehn Jahre bleiben» ist er treu geblieben. Zehn Stellen waren offen, er bewarb sich für Stiefenhofen und wurde berufen.

Einen Bezug zum Westallgäu hatte er bis dahin nicht und wurde bei der ersten Fahrt hierher positiv überrascht: «Ich erwartete ein neues Zuhause nahe dem Bodensee». Mair liebt den Schnee und freut sich auf seinen ersten Winter in der Region. Auf Anraten seines Vorgängers hat er sich allerdings ein neues Auto bestellt - mit Allrad.

Ein offener Mensch ist der neue Pfarrer, der im Gespräch manches von sich preisgibt. Er «outet» sich als Fan des FC Bayern München und der Blasmusik: «Sie beruhigt mich». Er beschreibt sich selbst als gutmütig, «aber wenn ich mich ausgenutzt fühle, dann werde ich zur Furie». Er liebe Wahrheit und Gerechtigkeit und beschreibt es selbst als «Glücksfall, dass mein Vorgänger hier bleibt und mich unterstützen wird». Am Herzen liegt ihm die Kinder- und Jugendarbeit.

So wird er auch in Stiefenhofen und Grünenbach die Kommunionkinder unterrichten. Seinen Dienst aufgenommen hat Johann Mair bereits. Die offizielle Einführung erfolgt am 7. November im Gottesdienst in Stiefenhofen. (owi)


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AUS DEM WESTALLGÄU07.09.2010
Schnelles Internet auf dem Land
Kommunikation - Vodafone will mit neuer Funktechnik Scheidegg, Oberreute, Hergatz und Hergensweiler erschließen

Vodafone Deutschland will mehrere Westallgäuer Gemeinden mit schnellem Internet versorgen. Als eine der ersten von zunächst mehreren 100 bundesweiten Standorten erschließt das Unternehmen Scheidegg, Oberreute, Hergensweiler und Hergatz mit der neuen LTE-Mobilfunktechnik. Ab Dezember sollen mehrere 1000 Haushalte schnell durchs Internet surfen können, teilt Vodafone mit. Grundsätzlich begrüßt wird das Vorhaben auch von der West. Die Wirtschafts- und Entwicklungsleitstelle kümmert sich für die Gemeinden um die Versorgung mit schnellem Internet.

Vodafone hat bei der Frequenz-auktion der Bundesnetzagentur Ende Mai in großem Umfang neue Funkfrequenzen ersteigert, um das schnelle Internet zu verwirklichen. Das Unternehmen investierte nach eigenen Angaben insgesamt 1,43 Milliarden Euro in die Ersteigerung.

Die «Long Term Evolution-Technik» (LTE) ermöglicht je nach Standort Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s. Das ist ein Vielfaches der bislang erreichten Leistung. Techniker werden in den kommenden Wochen die Sendeanlagen umrüsten, teilt Vodafone mit. Für den Anschluss an das moderne Mobilfunknetz müssten nur «einige Antennen ausgetauscht» werden. «Die Veränderungen sind für den Laien kaum zu erkennen», sagt Dieter Vogelhuber, Vodafone Regionalleiter Süd.

Da die Breitbandverbindung drahtlos hergestellt wird, erübrigen sich aufwändige und teure Erdarbeiten zur Kabelverlegung. Auch der komplizierte Zugang über das Kupferkabel bis zum Haus, die sogenannte letzte Meile, entfällt. «Das mobile Internet ist ebenso schnell, sicher und leistungsstark wie ein Festnetzanschluss», versichert Vogelhuber.

Es gibt aber noch einige Unklarheiten. Zum einen sind noch keine Preise bekannt, zum anderen fehlt es derzeit auch noch an entsprechenden Geräten, die die Funksignale empfangen können. Sie sollen nach Einschätzung von Vodafone aber bis Dezember im Handel verfügbar sein. Schon Ende September wird nach Angaben von Vodafone in Scheidegg mit dem Ausbau des neuen Mobilfunknetzes begonnen. Bis Ende März des kommenden Jahres sollen bundesweit 1500 Orte mit der neuen Breitbandtechnik ausgestattet sein.

Vom flächendeckenden Internet profitieren vor allem die Menschen im bislang unterversorgten ländlichen Raum. Ziel sei es, Land und Stadt in gleicher Qualität zu versorgen, so Vogelhuber. (pem)

AUS DEM WESTALLGÄU06.09.2010
Ausgleich in der Nachspielzeit
Landesliga - FV Rot-Weiß Weiler macht aus 1:4-Rückstand ein 4:4

Wie auch schon in der vergangenen Spielzeit können sich Fußballfreunde freuen, wenn sie das Raiffeisenbank-Stadion in Weiler besuchen, denn Spiele des FV Rot-Weiß Weiler garantieren meist eine Vielzahl an Toren. So hieß es auch am Samstag nach mehr als 90 Minuten zwischen der Heimelf und dem Aufsteiger TSV Frommern 4:4 (0:2). Dabei konnten die Rot-Weißen einen Rückstand von 1:4 noch in ein Unentschieden retten.

Die Gastgeber starteten stark in diese Landesligapartie und erspielten sich in der ersten halben Stunde ein Chancenplus. Einzig ein Treffer wollte nicht gelingen. Das machte den Gegner stärker, und so kam auch Frommern vors Tor. So musste Tobias Schuhwerk in der 27. Spielminute zweimal im Fünfmeterraum retten. Dennoch fiel eine Minute später der Führungstreffer für den TSV, und auch das 0:2 ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem langen Einwurf konnte die Weilerer Abwehr nicht klären und Joso Zupan köpfte ein (34.). Danach verlor der FVW die Ordnung. Das Spiel wurde auf den Kopf gestellt. Kurz vor der Halbzeit hatte allerdings der 18-jährige Matthias Stadelmann noch die Möglichkeit zum Anschlusstreffer, doch es blieb bei einem 0:2-Rückstand zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel dann das 1:2 für den FVW. Der Ball landete nach einem abgefälschten Freistoß von Stadelmann hinter der Linie (49.). Doch der Auftrieb währte nicht lange, denn dem TSV Frommern gelang das 3:1. Nachdem die Gastgeber danach weitere Chancen wieder nicht nutzten, fiel sogar das 4:1 nach einem direkten Freistoß aus etwa 25 Metern (62.). «Ab da haben wir alles nach vorn geworfen», sagte FVW-Trainer Werner Tangl. Und das wurde belohnt. Erst traf Stürmer Rene Cientanni per Kopf (73.), ehe Tobias Schuhwerk einschoss (83.) und Dominic Snelinski mit seinem ersten Landesligatreffer den 4:4-Endstand sicherte (90.+3). «Die Moral der Mannschaft wurde schlussendlich mit einem glücklichen Punkt belohnt», so Tangl. (cab)

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