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22.03.2012
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Standort für Behördenfunk im Raum Lindau wird überprüft

Bürgerinitiative diskutiert im Landratsamt mit Staatssekretär des Innenministeriums

Standort für Behördenfunk im Raum Lindau wird überprüft

Am Ende versprach Innen-Staatssekretär Gerhard Eck, den Standort für den geplanten und von einer Bürgerinitiative kritisierten Funkmast für den Behördenfunk BOS im Grünenbacher Ortsteil Ebratshofen noch einmal überprüfen zu lassen. Am grundsätzlichen Ziel, diesen Bereich ebenso wie ganz Bayern mit der BOS-Funktechnologie zu versorgen, ließ er bei einem "Runden Tisch" im Landratsamt zwar keinen Zweifel, er bedauerte allerdings, wie zu Beginn vorgegangen worden sei: "Bei der Akquise wurde unglücklich agiert".

Sowohl Lindenbergs Bürgermeister Johann Zeh als auch sein Grünenbacher Amtskollege Markus Eugler kritisierten, wie noch 2009 vorgegangen worden sei. "Ich musste von Bürgern und aus der Zeitung vom geplanten Mast auf der Hauser Höhe erfahren", so Zeh. Nicht zuletzt Sicherheitsüberlegungen seien der Grund für die damalige Zurückhaltung gewesen, argumentierte Eck.

Allerdings sei man "jetzt im Dialog mit dem Bürger unterwegs", was auch sein Kommen mitsamt von Fachleuten aus dem Ministerium unterstreiche. Dennoch klagte der Grünenbacher Gemeinderat Reinhold Osterberger, dass er sich "von der großen Politik im Stich gelassen" fühle. Seine Freunde und seine Familie seien gegen den Funkmast. "Wie soll ich da entscheiden?", fragte Osterberger.

Landtagsabgeordneter Eberhard Rotter entgegnete ihm, dass auch in diesem Fall eine Zustimmung richtig sei. Denn: "Wir dürfen nicht nur die Interessen der unmittelbaren Nachbarn sehen" (Rotter).

Sowohl Gerhard Eck, als auch Kreisbrandrat Friedhold Schneider betonten die Notwendigkeit des Digitalfunksystems, das "helfe, zu helfen". Dabei könne man sich keine Funklöcher leisten, so Schneider, der an die Gegner appellierte, die Einführung zu akzeptieren.

Den rund 20 Politikern und Vertreter von "Blaulicht-Organisationen" sahen sich Karlheinz Mayer und Hans Günter Stephan von der Ebratshofer Bürgerinitiative gegenüber. Sie nannten mögliche gesundheitliche Gefahren als eines der Hauptargumente ihrer Ablehnung.

"Migräne, Depressionen, Schlafstörungen und Nasenbluten sind aufgrund der niedrigfrequenten Strahlung zu befürchten", so Stephan. Die für den neuen BOS-Funk verwendete Tetra-Technik sei veraltet, nicht verlässlich und führe immer wieder zu Problemen, argumentierte Mayer. Nicht zuletzt beeinträchtige der geplante 40-Meter-Mast das Landschaftsbild und entwerte Immobilien, so Stephan.

Die von den Gegnern angeführte Dauerbestrahlung erfolge auch im derzeitigen analogen Netz, argumentierte Wolfgang Krüger. Er ist Projektleiter der von der Staatsregierung mit dem Netzaufbau beauftragten Firma Telent.

Er sah in den Argumenten der Bürgerinitiative eine Wiederholung der frühen 1990er Jahre. "Damals wurde mit den gleichen Argumenten gegen den Mobilfunk gekämpft, den heute viele Milliarden Menschen nutzen", so Krüger.

"Konsens nicht zu erwarten"

Auf Nachfrage von Mayer, warum der benachbarte Standort auf der Kugel bei Maierhöfen, aber schon auf baden-württembergischen Grund stehend, nicht auch für die Versorgung im Landkreis Lindau genutzt werde, nannte Krüger technische Gründe. "Hier wären Störsignale und Überreichweiten zu befürchten."

Das Fazit zog am Ende Landrat Elmar Stegmann: "Ein Konsens war nicht zu erwarten."

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