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Schwäbischer Fischereihof in Salgen kämpft ums Überleben der Allgäuer Fische

Natur

Schwäbischer Fischereihof in Salgen kämpft ums Überleben der Allgäuer Fische
Deutschland sorgt sich um seine Vögel. Seit den 1980er Jahren ist die Zahl der Vögel massiv zurückgegangen, zurecht spricht man von einem dramatischen Vogelsterben. Der Grund: Den Tieren fehlt es an Lebensraum und an ausreichend Nahrung. Aber es gibt neben den Vögeln noch eine Spezies, bei der es genauso dramatisch aussieht: die Fische. Besonders deutlich wird das Fischsterben unter anderem bei uns im Allgäu. Viele heimische Fischarten wie der Huchen, die Nase oder die Rutte kamen in den 60er, 70er und 80er Jahren noch in großer Zahl vor, heute kämpfen diese Arten ums Überleben. Die Gründe dafür sind vielfältig, weiß Dr. Oliver Born, der Leiter des Fischereihofes des Bezirks Schwaben. Vor allem die Flüsse und Bächen in der Region sind nicht mehr so, wie sie unsere heimischen Fischarten zum Leben brauchen. Es fehlt seit Jahrzehnten an Nahrung, an Laichmöglichkeiten und an der Durchgängigkeit der Gewässer. Begradigte Fließgewässer, Wehre und Kraftwerke verändern die Bodenstruktur und die Fließgeschwindigkeit. Das hindert viele Fische daran, zu ihren Laichplätzen zu ziehen. Hinzu kommt aber auch die Klimaerwärmung. Die Durchschnittstemperatur in unseren Gewässern hat sich um rund 2 Grad erhöht. Das klingt nicht nach viel, ist aber für das bisher bekannte Leben in Iller, Lech oder Wertach eine zusätzliche, dramatische Veränderung. [video]https://vimeo.com/264246276[/video] Täglicher Kampf ums Überleben Dass Fischarten wie Huchen, Nase, Barbe oder auch die Bachforelle auch in Zukunft in den Allgäuer Gewässern vorkommen, dafür kämpft Dr. Oliver Born mit seinem 16-köpfigen Team vom Fischereihof im Unterallgäuer Salgen. In der unscheinbaren, aber dennoch hochtechnischen Anlage züchten und vermehren die Experten mit großem Aufwand bedrohte Fischarten. Gleichzeitig versuchen sie aber auch, gemeinsam mit Ämtern, Fischereivereinen und anderen Institutionen, die Gewässer in Schwaben wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. In der Iller zum Beispiel zeigen sich in einigen Gewässerabschnitten erste Erfolge. Unterhalb von Kempten haben Wissenschaftler zum ersten Mal wieder ein natürlicher Huchen-Nachwuchs festgestellt. Hier haben die Renaturierung und der engagierte Fischbesatz geholfen. Ein großer Erfolg und natürlich eine wichtige Motivationshilfe für die sonst oft eher frustrierende Arbeit. Tag der offenen Tür Wer sich selbst ein Bild von den heimischen Gewässern machen möchte, der kann das zum Beispiel gerade in Füssen tun. Dort ist noch bis Mai 2018 die Ausstellung „Das vielfältige Leben im Bach“ zu sehen. Eine andere Möglichkeit ist der Tag der offenen Tür am Fischereihof. Der findet am Sonntag, den 17. Juni 2018 statt. Ein spannendes Interview mit Dr. Oliver Born über dieses Thema gibt es in unserem Podcast.

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